Das zerstörerische Großprojekt Stuttgart 21

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Seit Mitte 2018 hat das Großprojekt Stuttgart 21 eine neue Dimension erreicht. Die Bahnchefs mussten jetzt selbst zugeben, dass das Projekt unwirtschaftlich ist. Den Bahnvorständen muss von Anfang an klar gewesen sein, dass das Projekt immer unwirtschaftlich sein würde. Denn Bahnchef Richard Lutz musste im April 2018 im Bundestag eingestehen, dass Stuttgart 21 „komplett unwirtschaftlich“ sei und dass das Projekt der Bahn Riesenverluste bescheren werde.

Im Juni 2018 kam es daraufhin zu einer öffentlichen Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestages. Thilo Sarrazin, der in den Jahren 2000 und 2001 zeitweise für den Netzbereich der Deutschen Bahn AG verantwortlich war, wurde zu dem Ausschuss als Zeuge vorgeladen. Sarrazin sagte, dass das Projekt Stuttgart 21 auf der Liste der unrentablen Projekte der Deutschen Bahn ganz unten stehe. Die Bahn hätte das Projekt niemals in die Rentabilitätsrechnung einbeziehen dürfen. Der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte auf Anfrage von Sarrazin damals, das Projekt sei zwar völlig unrentabel, doch erhalte die Bahn dafür den ganzen Nahverkehrsauftrag für Baden-Württemberg.

Der Nahverkehrsvertrag wurde im Juni 2003 zwischen Bahn und Land Baden-Württemberg abgeschlossen. Das besondere bei dem Vertrag war, dass es dafür keine Ausschreibung gab. Die Laufzeit des Vertrags war zudem mit 13 Jahren ungewöhnlich lang. Die Zahlungen an die Deutsche Bahn vom Land waren vollkommen überteuert. Ex-Bahnchef Mehdorn hatte also für ein völlig unrentables Projekt seine Zustimmung gegeben, um als Gegenleistung vom Land Baden-Württemberg eine Milliarde Euro zu erhalten. Der Vertragsabschluss war ein hinter den Kulissen abgekarteter Deal.

Dass es einen solchen krummen Deal gab, wurde bereits lange vermutet. Erst als Thilo Sarrazin aussagte, wurde der Verdacht bestätigt. Zudem wurde belegt, dass durch das Projekt ungeheuerliche Millardensummen an Steuergeldern verschleudert werden. Vermutlich wird Stuttgart 21 nie fertigwerden, so wie der BER. Der Maschinenbau-Ingenieur und Kritiker Hans-Joachim Keim bezweifelt, dass der Tiefbahnhof jemals in Betrieb gehen wird: „Der Tiefbahnhof wird keine Brandschutzgenehmigung erhalten. Das ist ein unlösbares Problem“. Keim hat sich das Brandschutzkonzept genau angesehen. Spätestens bei Brandübungen vor der Inbetriebnahme werde sich zeigen, dass eine „Entfluchtung der Fahrgäste nicht machbar ist“, meint Keim. Das bedeutet, dass Fahrgäste bei einem Brand nicht in Sicherheit gebracht werden können.

Da es von der Politik keine Reaktionen hinsichtlich des desaströsen Projekts gibt und Milliarden an Steuergeldern weiter ungehindert verschleudert werden, hat sich jetzt eine neue Organisation formiert, die an den Bundestag appellieren will. Die Organisation „Stuttgart 21 – Ausstieg jetzt“ fordert den Bundestag zum sofortigenAusstieg aus Stuttgart 21 und zur Prüfung des vorliegenden Konzepts „Umstieg21“ auf. Das Ziel ist es, mindestens 1000 Unterschriften zu erhalten und den Appell in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu veröffentlichen.

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9 Kommentare zu "Das zerstörerische Großprojekt Stuttgart 21"

  1. So lange Politclowns nicht für den von ihnen angerichteten Schaden aufgehängt werden, geschieht da garnichts.

    • Es gibt überhaupt keinen Schaden. Aufträge ohne Ende. Steuereinnahmen ohne Ende. Mit Steuern werden Steuern generiert. Die ganzen Arbeiter zahlen Einkommensteuer und bekommen auch Netto. Davon zahlen sie Mehrwertsteuer. Die Bauunternehmer zahlen Gewerbesteuer. Da gibt es absolut keinen Schaden. Im Gegenteil: Wir haben Wirtschaftswachstum und Mammon befriedigt. Alle können glücklich sein

  2. Ca. 120 bis 150 Milliarden € für die Migranten, ca. 5 Milliarden für einen Bahnhof, ca. 10 Milliarden für einen Flughafen, ca. 8,5 Milliarden für den Propagandasendebereich der Bundesregierung – Mieten, die in Höhe eines Monatseinkommens liegen, dafür Renten weit unter 1000.- € im Monat, Mindestlohn von ca. 9 € pro Stunde, Grundsicherung unter dem Existenzminimum, ebenso das ALG II – wo haben die Entscheider für diese auffällige Ungerechtigkeit rechnen gelernt – in der Schule bestimmt nicht, jedenfalls nicht zu meiner Zeit

  3. Ein Ende mit Schrecken ist wohl besser als ein Schrecken ohne Ende!
    … und für die letzte überschüssige Million hats da vielleicht noch Platz für ein Denkmal „Macht macht dumm … ohne Kontrolle durch das Volk“ ?

  4. „Milliarden Steuerverschwendung“ – eigentlich ist es keine Verschwendung. Die Religion Wirtschaftswachstum freut sich über die Milliarden. Wir steigern das Bruttosozialprodukt. Dieser BER in Berlin ist auch ein super Projekt, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. So sind eben die Gesetze dieser Welt. Wachstum schön in allen Bilanzen – http://mumu1.bplaced.net/mist.html

    • Das habe ich vergessen: Es gab bei Stuttgart 21 Gegner vom Wirtschaftswachstum. Die haben protestiert. Da hat der Staat aber – mit Gewalt – gezeigt, wo der Hammer hängt, mit Wasserwerfern und so. Der Staat weiß, wie wichtig Wirtschaftswachstum ist – zur Not auch durch Gewaltanwendung

      • Sorry, noch eine kurze Anmerkung. Die Bevölkerungen dieser Welt und auch die Bevölkerungen in Deutschland samt Medien, sollten sich schon entscheiden. Hü und hott und hick und hack ist Unfug. Der Mammon und Wirtschaftswachstum sind die Bosse dieser Welt. Schön, dann soll man es auch auch positiv sehen, wenn sich der Staat mit Leidenschaft darum kümmert

  5. Für Stuttgart 21 wurden doch unter heftigem Protest wieviel Bäume gefällt. Wer steht geschlossen hinter Merkel, der BER.

  6. Manfred Schulze | 5. Oktober 2018 um 12:55 | Antworten

    Das war jedem normalen Menschen von Anfang an klar. Hier hatten die Bahn und Spekulanten auf die riesige freie Fläche mitten in der City zum Bebauen gesetzt. Und die gemeinsame Nutzung von S-Bahn und Fernbahn scheitert an unterschiedlich Einstiegshöhen, eine typische Fehlentscheidung in der langen Reihe bisher. Über Deutschland lacht die ganze Welt.

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