Defekte Implantate – das gefährliche Geschäft mit der Gesundheit

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Immer mehr Menschen erleiden Verletzungen oder sterben aufgrund von defekten Implantaten wie Prothesen oder Herzschrittmachern. Weltweit sind hunderttausende Menschen davon betroffen. Doch die Probleme werden vertuscht. Dies zeigt eine weltweite Recherche des WDR und NDR über Medizinprodukte. Die Zahl der nachgewiesenen Implantat-Probleme war nie so hoch wie im Jahr 2017. Dennoch werden wichtige Informationen darüber unter Verschluss gehalten. Das zeigen die Recherchen der sogenannten „The Implant Files“, an denen auch die „Süddeutsche Zeitung“ beteiligt war.

Eine Gruppe von internationalen Journalisten wertete Daten von mehr als 36 Ländern weltweit aus. Dabei kam heraus, dass im Jahr 2017 etwa 14.000 medizinische Vorfälle im Zusammenhang mit Implantaten in Deutschland gemeldet wurden. Bei mehr als der Hälfte der Meldungen soll das Implantat die Ursache gewesen, so das Bundesgesundheitsministerium. Jedoch wurde nur etwa bei der Hälfte aller Komplikationen das Implantat überhaupt untersucht. Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verzeichnete eine steigende Zahl von medizinischen Komplikationen, bei denen die Ursachen „produktbezogen“ waren. Wie es zum Anstieg der Komplikationen und Vorfälle gekommen ist, ist noch unklar. Zwar ist der Umsatz in der Medizinprodukte-Branche gestiegen, jedoch nicht so stark wie die Zahl der Vorfälle.

Tatsächlich dürften aber weitaus mehr Menschen von Problemen mit Implantaten betroffen sein. Jedes Jahr werden zehntausende Bandscheibenprothesen, Herzschrittmacher oder Hüftprothesen wegen Problemen in schwierigen Operationen ausgetauscht. Diese haben oftmals gravierende gesundheitliche Folgen für die Patienten. Dem Bundesinstitut jedoch werden offensichtlich die wenigsten Fälle gemeldet. Unterlagen, die die Journalisten ausgewertet haben, zeigen, dass Nebenwirkungen häufig verschwiegen werden. Zudem überlassen es die Behörden den Herstellern, ihre Produkte zu verbessern oder einen Rückruf zu initiieren. Das passiert im Durchschnitt fast dreimal täglich.

Doch Behörden haben im Jahr 2010 nur ganze sechs Rückrufe angeordnet. Oftmals wurden bei Problemen mit Implantaten überhaupt keine Maßnahmen ergriffen. Nach Statistiken des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte haben die Hersteller von Hochrisiko-Produkten auch dann nichts unternommen, als es Probleme mit den Produkten gab. Genaue Aussagen über Risiken von Implantaten sind also nicht zu treffen, genauso wenig wie über die tatsächliche Zahl der Geschädigten.

Experten sind der Ansicht, dass Ärzte und Hersteller in den USA aus Sorge vor teuren Schadenersatzklagen von Patienten mehr Probleme mit medizinischen Produkten melden, als in Deutschland. In den USA werden auch die Beschreibungen aller Vorfälle veröffentlicht.  Doch auch in den USA werden Probleme verheimlicht, wie etwa gerissene Brustimplantate. Die Journalisten fanden mehr als 200 Todesfälle aus den letzten fünf Jahren, bei denen das Produkt zumindest mitverantwortlich war.

In Europa kommen viele Medizinprodukte ohne umfassende Studien auf den Markt. Arzneimittel können schnell wieder abgesetzt werden. Ein Implantat ist jedoch nicht so leicht wieder aus dem Körper zu bekommen. Medizinprodukte benötigen dennoch nur ein CE-Zertifikat von einer Prüfstelle wie dem TÜV oder der DEKRA. Die Hersteller können sich die Prüfstelle aussuchen und bezahlen dafür. Ein Insider der Prüfstellen sagte, dass kaum Zertifikate abgelehnt würden, aus Angst davor, Kunden zu verlieren. Nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums kommen 90 Prozent aller Hochrisiko-Produkte auf den Markt, ohne zuvor in klinischen Studien getestet worden zu sein. Dabei ist das laut Gesetz nicht zulässig.

Ärzte und Patienten wissen selten, auf welcher Grundlage ein Medizinprodukt überhaupt auf den Markt gekommen ist. Das Bundesgesundheitsministerium teilte dazu lediglich mit, dass „sich der Rechtsrahmen für Medizinprodukte grundsätzlich bewährt habe. Mit Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften könne sichergestellt werden, dass die Risiken im Vergleich zum erwarteten Nutzen akzeptabel seien.“

 

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1 Kommentar zu "Defekte Implantate – das gefährliche Geschäft mit der Gesundheit"

  1. alo Freunde der Wahrheit.
    Nicht nur Implantate sind ein Risiko. Jede Tablette die von der Pharma kommt ist Toxisch. Ist also auch ein Risiko!
    Es ist Zeit Aufzuwachen (vom Dornröschenschlaf) und die Realität zu erkennen.
    Ein Menschenfreund. igor

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