+++ Der „stille“ Frühling wird erneut Realität – Das große Vogelsterben +++

Stiller Frühling

Naturschützer aus Frankreich haben schockierende Zahlen geliefert: Die Zahl der Feldvögel ist dramatisch gesunken. Der Verdacht: Pestizide. Die französischen Biologen kommentierten zwei Studien über den dramatischen Rückgang von Vögeln in der Agrarlandschaft mit den Worten: „Der ländliche Raum verwandelt sich allmählich in eine Wüste“. Die Studie ergab, dass in den letzten 15 Jahren die Zahl der Vögel zwischen 30% und 70% zurückgegangen ist, je nach Vogelart. Der Bestand von Rebhühnern ist sogar um 80% zurückgegangen. Dieser Rückgang der Vogelarten habe nahezu das Ausmaß einer ökologischen Katastrophe, so die französischen Naturschützer.

Ähnlich dramatisches Verschwinden von Vögeln in der Agrarlandschaft wurde in Deutschland, Spanien und Großbritannien festgestellt. In ganz Europa ist die Zahl der Vögel in den letzten 30 Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Anders sieht es nach Ergebnissen der Studie in Wäldern und menschlichen Siedlungen aus. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. Dort sollen die Vogelbestände zugenommen haben.

Die Ursachen liegen klar auf der Hand: Die konventionelle Landwirtschaft, die in den vergangenen drei Jahrzehnten zugenommen hat, ist für das Vogelsterben verantwortlich. Monokulturen und der vermehrte Einsatz von Pestiziden, zumeist Glyphosat, vernichten nicht nur ganze Vogelarten, sondern einheimische Wildpflanzen, Insekten und insektenfressende Kleintiere. In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Vögel am dramatischsten gesunken.

Pestizide rücken also mehr in den Focus. Jährlich versprühen Frankreichs Landwirte rund 75.000 Tonnen Pflanzengift auf den Feldern oder behandeln ihr Saatgut damit. Die französischen Ökologen legten bei ihren Untersuchungen vor allem ihr Augenmerk auf Pestizide, die Neonicotinoide enthalten. Eine Substanz, die die Nervenreize blockiert und vor allem auf Insekten und Bienen wirkt. Seit den 1990er Jahren nahm der Verbrauch dieser Pestizide in der EU massiv zu. Parallel reduzierte sich die Zahl der Vögel dramatisch.

Der Zusammenhang zwischen Neonicotinoiden und Insektensterben ist bereits von Forschern erbracht worden. Zudem haben Tests gezeigt, dass diese Substanz Vögel ebenfalls schadet. Sie werden geschwächt, antriebslos und orientierungslos. In Nordwestdeutschland wurde der Insektenflug gemessen. Dieser hat dort um mehr als 75% abgenommen. Hier liegt auch der Schluss nahe, dass die versprühten Neonicotinoide die Ursache für das Verschwinden der Insekten sind.

Eine Umkehr vom konventionellen zum biologischen Landbau wäre dabei sehr wohl möglich. Viele Landwirte würden dies befürworten, befänden sie sich nicht in einem Teufelskreis von Agrochemiekonzernen, die sie mittels Knebelverträgen dazu zwingen, jährlich deren Saatgut und Pestizide zu kaufen. Die EU interessiert jedoch nicht dafür. Vielmehr ist ihr daran gelegen, weitere Freihandelsabkommen zu schließen. Zudem wurde der Einsatz des Pflanzengifts Glyphosat im Dezember um weitere fünf Jahre verlängert. Der stille Frühling dürfte also erneut dieses Jahr zur Realität werden.

 

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