+++ Die Fleischpanscher: „Wir machen aus Scheiße Gold“ +++

Fleischpanscherei

Fleisch- und Wurstwaren, die industriell hergestellt werden, können mit Protein aus Schlachtabfällen und Wasser gestreckt werden, ohne dass dies Lebensmittelkontrolleuren überhaupt auffallen würde. Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hatte recherchiert. Durch den Zusatz bestimmter Proteine kann man Fleisch oder Wurst mehr Wasser als üblich zusetzen. Die so gepanschten Fleisch- und Wurstwaren sind dann wesentlich schwerer und können so teurer verkauft werden.

Die Verbraucherzentrale in Hamburg kritisiert das als bewusste Verbrauchertäuschung. Wasser werde durch Proteine untergemischt, ohne dass die Verbraucher etwas davon merken. In Deutschland vertreibt beispielsweise die Firma Sonac Proteine, die viel Wasser speichern können. Diese „Lebensmittelzusätze“ sollen aber dem Lebensmittelrecht entsprechen und die Zutaten korrekt deklariert werden.

Die Proteine werden aus Blutplasma hergestellt und machen es Kontrolleuren allerdings unmöglich nachzuweisen, dass den Fleischerzeugnissen nicht deklariertes Wasser untergemischt wurde. Seit 2014 forscht das staatliche Max-Rubner-Institut daran, nicht deklarierte Wasserbeimischungen in Fleischerzeugnissen nachzuweisen. Bislang wurde keine Methode gefunden, die „Fleischpanscherei“ nachzuweisen.

Die Partei der Grünen forderte die Bundesregierung auf, mehr Geld in die Forschung zu stecken, damit der Betrug in der Fleischindustrie leichter aufgedeckt und somit beendet werden kann. Leitungswasser habe nichts in Fleischprodukten zu tun und habe definitiv nicht den gleichen Preis wie ein Steak, kritisieren die Grünen. Die Panscherei sei nicht nur ein Betrug am Geschmack, sondern vor allem am Geldbeutel der Verbraucher.

Das Magazin „Frontal 21“ hatte für seine Recherchen in der Fleischindustrie zum Schein eine Fleischfirma gegründet. Die Autoren luden einen Vertreter der Firma Sonac ein, der das Geschäftsmodell der Firma anpries. Sonac hole bei Schlachthöfen alles ab, was nicht verarbeitet werden könne. Die Schlachtabfälle landeten nicht im Müll, sondern würden bei Sonac zu 100% verarbeitet werden. „Wir machen quasi aus Scheiße Gold“, brüstete sich der Vertreter. Mit diesem Geschäft mache man immer Geld.

Zudem warb die Firma Sonac für die Protein-Zusätze in Schlachtabfällen und führte vor, wie das Gewicht von Fleischprodukten durch die Beimischung von Wasser erhöht werden kann. Die Zielgruppe der Firma sind Fleisch- und Wurstproduzenten. „Frontal 21“ fragte bei Discountern nach, ob sie Fleischprodukte kaufen, die mit Proteinen aus Schlachtabfällen gestreckt sind. Die Discounter Lidl, Aldi und Kaufland versicherten, dass in ihren Fleischwaren keine Proteine zugesetzt würden.

Auch der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie verneinte die Verwendung des Proteins. Fraglich ist dann, wer die Abnehmer dieser Fleischpanscher sind. Solange nicht nachgewiesen werden kann, in welchen Fleisch- und Wurstprodukten Proteine enthalten sind, wird man als Verbraucher nur auf den Metzger seines Vertrauens zurückgreifen können, will man keine gepanschten Produkte zu sich nehmen.

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