Die Rauhnächte – Das Tor zur Anderswelt

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Am 22.12.2019 fand die diesjährige Wintersonnenwende statt. Bei der Wintersonnenwende handelt es sich nicht nur um ein astronomisches Phänomen. Für unsere Urahnen, die Germanen und Kelten, stellte die Wintersonnenwende den Höhepunkt des Jahres dar. Denn mit der Wintersonnenwende werden die Tage auf der Nordhalbkugel der Erde wieder länger. Die Germanen und Kelten feierten die Geburt oder die Rückkehr des Lichts.

Die Rauhnächte beginnen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und enden in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar, dem Dreikönigstag. In anderen Überlieferungen beginnen die Rauhnächte bereits am Tag der Wintersonnenwende. Die Bezeichnung „Rauhnacht“ stammt aus dem mittelhochdeutschen Wort „ruch“ und bedeutet so viel wie „wild“ oder auch „Rauch“. Vielerorts heißen die Rauhnächte deshalb auch Rauchnächte.

Über viele Jahrhunderte wurde der Brauch der Rauhnächte nur mündlich weitergegeben. Erstmals fanden die Rauhnächte im 16. Jahrhundert in Dokumenten Erwähnung. Die Rauhnächte haben ihren Ursprung im germanischen Mondkalender, in dem das Jahr 12 Mondzyklen hat. Diese entsprechen nicht unseren 12 Monaten mit 365 Tagen, sondern sind nur 354 Tage lang. Um ein Sonnenjahr vollzumachen, fehlen also 11 Tage – oder eben 12 Nächte – die als „tote“ Tage eingeschoben wurden.

Auch das Christentum kennt die zwölf Rauhnächte, die sich dem 25. Dezember anschließen. Die christlichen Bräuche und Termine basieren zum Großteil auf den alten germanischen Festen und Bräuchen. Die Wintersonnenwende wurde früher als Julfest gefeiert. Das Julfest ist der Vorläufer des heutigen Weihnachtsfestes. Im alten, vorgregorianischen Kalender fiel die Wintersonnenwende auf den 25. Dezember. Das Christentum machte aus der „Geburt des Lichts“ den Geburtstag des Christkinds. An die ursprüngliche Bedeutung des „Lichterfests“ erinnern heute noch die Kerzen am Weihnachtsbaum oder Adventskranz.

Auch unsere Vorfahren schmückten zum Julfest einen Tannenbaum oder Tannenzweige, denn immergrüne Pflanzen waren ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Im Winter wurden Tannenzweige ins Haus gehängt, um böse Geister am Eindringen zu hindern und die Hoffnung auf den nächsten Frühling zu nähren. In der germanischen Vorstellung soll der Toten- und Kriegsgott Wotan während der Rauhnächte wilde Jagden geführt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit dem Göttervater Odin über das Land ziehen sollten. Der Glaube, dass zu dieser Zeit das Geisterreich offenstehe, zog Bräuche wie das Hinstellen von Essen und Getränken für die Geister, um diese wohlgesonnen zu stimmen, mit sich.

Zur Mitte der Rauhnächte, also an Silvester, zog Wotan mit den Toten zur wilden Jagd auf. Die Geister und Seelen der Verstorbenen hatten dem Volksglauben nach Ausgang. Dämonen konnten Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd durch die Lande ziehen. Aus dieser Sage entwickelte sich die Tradition der Perchten-Umzüge und der Krampusse, die vor allem im Voralpen- und Alpenland noch gepflegt wird.

Räuchern ist ein wesentlicher Bestandteil der Rauhnächte. Der Sage nach ist es notwendig, auch die Räume, in denen wir leben, zu putzen und energetisch zu reinigen, damit Altes gehen und Neues kommen kann. Die Rauhnächte sind eine Zeit der Stille, der Schau nach innen, der Rückschau auf das alte Jahr und der Vorschau auf das kommende Jahr. Man sagt, dass die Träume, die man während dieser 12 Nächte hat, im jeweils dazugehörigen Monat in Erfüllung gehen. Es ist auch die Zeit des Loslassens und der inneren Reinigung. Hier hat jeder die Gelegenheit, alten Ballast loszuwerden und frei in das neue Jahr zu starten.

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2 Kommentare zu "Die Rauhnächte – Das Tor zur Anderswelt"

  1. Franz Josef Kostinek | 24. Dezember 2019 um 9:10 | Antworten

    Gute Gedanken am Morgen helfen den Tag beglückt zu leben.

  2. Reichsdeutscher sagt | 24. Dezember 2019 um 11:13 | Antworten

    Vielen Dank an die Redaktion von Waterget TV für euer patriotische Erzählung von unseren Urahnen
    Wünsche euch ein schönes und friedvolles Weihnachten
    Gruß Franz

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