Die Zeichen stehen gut für den Dexit

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Der Makroökonom und Unternehmensberater Daniel Stelter sagte dem „Manager Magazin“ bereits vor drei Jahren, dass es gut für Deutschland sei, aus dem Euro auszutreten, bevor es Italien tue. Der Austritt aus dem Euro würde sich für kein Land so sehr lohnen, wie für Italien. Deutschland sollte darüber nachdenken, den Italienern zuvorzukommen. Denn mittlerweile würde es auch den glühendsten Vertretern der europäischen Idee dämmern, dass die Währungsunion zu einem Bumerang für die Europäische Union geworden ist. Anstatt die Europäer mehr zu einen, habe das Eurokorsett das Gegenteil bewirkt. Die politischen Spannungen hätten sich verstärkt und längst als überwunden geglaubte Animositäten seien wieder aufgebrochen. Die Bilanz des Projektes „Euro“ sei für alle beteiligten Länder verheerend.

Das niedrige Zinsniveau hat eine riesige Verschuldung und einen Konsumboom bei den Staaten ausgelöst. Lohnsteigerungen haben die Wettbewerbsfähigkeit ruiniert, so Stelter. Dagegen war Deutschland mit einem ungünstigen Wechselkurs bei Euroeintritt konfrontiert und musste mit Reformen die Binnenwirtschaft drücken, um den Export zu stärken. Es sei bis heute nicht gelungen, eine echte wirtschaftliche Belebung in den Krisenländen zu erreichen.

Zwangskorsett EZB und EU-Kommission

Niemand sei Gewinner des Euro, auch Deutschland nicht. Alle Euroländer seien in einem System gefangen, das nur durch die Willkür der Politik und der EZB noch zusammengehalten werde. Doch auch das könne nicht ewig gelingen. Die Grundsätze der Wirtschaft lassen sich nicht auf Dauer aushebeln, warnt Stelter. Als die Griechenlandkrise aufkam, habe Schäuble, damals Bundesfinanzminister, als einziger Politiker vorgeschlagen, Griechenland aus dem Euro zu entlassen. Das wäre für das Land der beste Weg gewesen, der Weg in die Autonomie und in den Schuldenschnitt. Doch Griechenland wurde nicht aus der Eurozone entlassen. Stattdessen wurde nun das dritte Rettungspaket geschnürt, dessen Milliarden maßgeblich von den deutschen Steuerzahlern finanziert werden. Und Griechenland ist seitdem in der Dauerdepression.

Der Ruf nach einem Dexit ist also nicht neu. Währungsunion assoziiert man in erster Linie mit den Reglementierungen durch die EU-Kommission in Brüssel, mit Lobbypolitik, horrenden Zahlungen für EU-Abgeordnete, unsinnigen Verordnungen, Globalisierung, desaströser Agrarpolitik und vor allem Zentralisierung der Macht. Insbesondere auch bei der Europäischen Zentralbank. Die absurden Blüten, die viele von Brüssel verordnete Bestimmungen hervorgebracht haben, sind im Bereich Nahrungsmittel, aber auch in vielen weiteren Wirtschaftszweigen sichtbar.

Niedergang von Löhnen und Renten

Ökonomen registrieren bereits seit den 1980er Jahren einen schleichenden Niedergang der Löhne und Renten, obwohl die Produktivität aufgrund technologischer Fortschritte stieg. Hauptursache des Negativtrends soll der stete Zollabbau sein, der ein globales Lohn-, Steuer- und Sozialdumping auslöste. Die Idee Trumps, wieder Zölle zu erheben, sei also der richtige Weg, um die Wirtschaft wieder zu stabilisieren. Trump habe verstanden, wie das System menschlicher Ausbeutung funktioniere und er sei nicht auf die Dauerpropaganda der Kapitallobby hereingefallen.

Sollte Trump seine Zollanhebungen durchsetzen, wäre es mit der Abzocke der Kapitallobby durch horrende Renditen vorbei. Staaten und Arbeitnehmer wären weniger erpressbar, denn die Kapitallobby könne dann nicht mehr damit drohen, ihre Standorte in Billiglohnländer zu versetzen. Die internationale Arbeitsteilung ist kontraproduktiv: Lange Transportwege, komplexe Lieferketten, aufwendige Qualitätskontrollen, Dolmetscher und Juristen. Zudem riskiert man für das Outsourcing die Rechtstaatlichkeit durch Behördenwillkür, Patentverletzungen, Enteignungen oder Produktfälschungen.

Zollfreier Handel ist schädlich

Der wesentliche Bestandteil der EU ist der Binnenmarkt, also der Zollfreihandel. Und dieser ist innereuropäisch genauso schädlich, wie außereuropäisch. Staaten mit schwacher industrieller Basis haben keine Chance, ihre Rückschritte aufzuholen. Ohne Zölle wird die ausländische Konkurrenz zu übermächtig. 98 Prozent der Bundestagsabgeordneten verstehen die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge nicht. Sie folgen dann notgedrungen den Empfehlungen ihrer Partei, die sich wiederum auf „Experten“, also die Lobby verlässt. Und die hat ganz andere Interessen, als die Bürger der EU.

Die Einführung des Euro war der Anfang vom Ende der EU. Jedes souveräne Land braucht als Regulator eine eigene Währung, die entsprechend seiner wirtschaftlichen Stärke angepasst werden kann. Diese marktwirtschaftlichen Prinzipien wurden mit der Euro-Einführung einfach aufgegeben. Wenn es nicht gelingt, diese „Fehlkonstruktion“ rechtzeitig zu beseitigen, wird es früher oder später zu einem unkontrollierten Crash kommen. Auf Dauer lässt sich der Euro nicht halten. Deshalb sollte sich Deutschland sehr genau überlegen, ob es nicht vor Italien aus der Eurozone austreten will.

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1 Kommentar zu "Die Zeichen stehen gut für den Dexit"

  1. Sandra Markowitsch | 29. Oktober 2018 um 19:52 | Antworten

    Wunschträume!

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