Donald Trump: Kriminalstatistik in Deutschland ist geschönt

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Trump

US-Präsident Donald Trump twitterte am Montag, die Kriminalitätsrate in Deutschland sei seit der Migrationspolitik von Kanzlerin Merkel 2015 um 10 Prozent angestiegen. In anderen europäischen Ländern sei die Rate sogar noch höher. Zudem kommentierte Trump den Asylstreit in der Bundesregierung und sorgte damit für Aufsehen. Bundeskanzlerin Merkel wies Trumps Aussagen zurück: Tatsächlich seien laut Kriminalstatistik 2017 9,6 Prozent weniger Straftaten verübt worden und die kürzlich vorgelegte polizeiliche Kriminalstatistik weise leicht positive Entwicklungen auf, sagte Merkel bei ihrem Treffen mit Macron.

Trump wirft den deutschen Behörden vor, die tatsächlichen Daten zur Flüchtlingskriminalität zu unterschlagen. Behörden wollten diese Verbrechen durch Migranten nicht melden, so Trumps Behauptung. Außerdem wendeten sich die Deutschen jetzt gegen ihre Regierung, schrieb Trump weiter auf Twitter. Das Thema Migration erschüttere die ohnehin schon prekäre Koalition in Berlin. Es sei in ganz Europa ein Fehler gewesen, Millionen Menschen aufzunehmen, die die dortige Kultur stark verändert hätten. Er wolle nicht, dass in Amerika dasselbe passiere, wie in Europa.

Statistik ist nicht korrekt

Tatsächlich sagt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2017 etwas anderes. Demnach liegt die Kriminalitätsrate von männlichen Deutschen zwischen 18 und 20 Jahren bei 8,15% ihres Bevölkerungsanteils. Die Kriminalitätsrate von männlichen Asylbewerbern liegt bei 65,15%. Davon sind 28,7% Kinder bis zehn Jahre. Ohne Kinder liegt die Rate also bei über 80% und damit beinahe zehnmal höher als bei deutschen Heranwachsenden.

Ein Polizist, der Vorsitzender der Wählervereinigung Bürger in Wut ist, gab Trump jetzt Recht. Im „Weser Kurier“ äußerte sich Jan Timke entsprechend: Als Polizist mit mehr als 20 Jahren Diensterfahrung müsse er die Äußerung Merkels jetzt korrigieren. Alleine in Bremen gebe es 10.000 unbearbeitete Fälle, die in keiner Kriminalstatistik auftauchten. Die Polizeiliche Kriminalstatistik müsse durch einen umfassenderen Sicherheitsbericht ersetzt werden. Nicht begonnene oder nicht abgeschlossene Vorgänge seien in der PKS gar nicht erfasst und verfälschten daher die Statistiken.

André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, geht ebenfalls von ganz anderen Zahlen aus, als Merkel. Er behauptet, die Wissenschaft liege nicht bei den 5,76 Millionen Fällen in 2016, sondern bei 20 bis 25 Millionen Straftaten. Dies entspricht dem 4- bis 5-fachen de offiziellen Zahlen, bezogen auf die tatsächlich erfassten Fälle. Der Rückgang um knapp 10% sage nichts über die Dunkelziffer aus. Da die Dunkelziffer nicht gemessen werden könne, seien auch die Zahlen für 2016 bloße Schätzung.

Inzwischen liegt allerdings der Verdacht nahe – oder steht zumindest im Raum -, dass die Politik den Zusammenhang gerne verschleiern würde. Denn der Vergleich der Zahl der erfassten Fälle hängt auch davon ab, dass die Bedingungen sich nicht ändern. Diese statistische Forderung jedoch hat sich gravierend verschoben. Demnach hat die FDP bei einer Anfrage herausgefunden, dass die Begriffe sowie die Definitionen der Behörden sich in den vergangenen zehn Jahren gleich 245 mal geändert haben.

Damit werden die Zahlen objektiv betrachtet der Vergleichbarkeit entzogen, was wiederum die Frage nahelegt, warum dies so sein soll.

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