Ein höheres Renteneintrittsalter bedeutet faktisch Rentenkürzung

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Jedem dritten Arbeitnehmer drohen beim Eintritt in die Rente Altersbezüge, die unterhalb der Armutsgrenze liegen. Für jeden Rentner werden künftig noch weniger Erwerbstätige aufkommen. Die Politik diskutiert deshalb darüber, das Rentenalter erneut anzuheben. Dies jedoch sei sehr umstritten, berichtet auch RT Deutsch.

Die Rentenkommission der Bundesregierung hat sich dieses Themas angenommen und nach der ersten Sitzung angekündigt, im März des Jahres 2020 einen Abschlussbericht vorzustellen. Die Kommission will die Möglichkeiten zur Absicherung der Renten nach 2025 für Rentner vorstellen. So kommen nach deren Berechnungen im Jahr 2050 nur noch 1,7 Erwerbstätige auf einen Rentner. Doch bereits jetzt seien viele Rentner von Armut betroffen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte eine Studie in Auftrag gegeben, deren Umfrage ergab, dass 80 Prozent der abhängig Beschäftigten befürchten, im Alter gar nicht oder nur gerade so von der gesetzlichen Rente leben zu können. Demnach befürchten auch viele Vollzeitbeschäftigte, später kaum oberhalb der Armutsgrenze existieren zu können.

Schon jetzt müssen viele alte Menschen davon leben, dass ihnen der Staat die Grundsicherung zahlt. Das macht im Durchschnitt etwa 416 Euro monatlich aus – plus der Wohnkosten. Diese Art der Minimum-Existenz droht indes etwa 30 % aller Arbeitnehmer.

Eine andere Studie der Hans-Böckler-Stiftung kommt zu dem Schluss, dass die Zukunft der Renten nicht nur von dem beschriebenen Quotienten (Verhältnis Alte zu Jungen) abhänge, sondern auch von den wirtschaftlichen Verhältnisses der einzelnen Individuen. Zudem würden aktuelle Arbeitsmarktdaten nicht herangezogen, die die Existenz großer, ungenutzter Beschäftigungspotenziale aufzeigten. Es müsse schlicht der Anteil der Erwerbstätigen steigen. Der Sozialverband VDK tritt indes dafür ein, die bislang nicht geforderten Gruppierungen wie Beamte, Selbstständige und sogar die politische Klasse in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen zu lassen – als Pflicht.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB fordert eine Verbesserung und Reformierung des Arbeitsmarktes. Arbeitsbedingungen müssten verbessert und Löhne erhöht werden. Grundlose Befristungen gehörten abgeschafft. Denn wer wenig verdiene oder keine Beiträge bezahle, erhalte im Alter wenig oder gar keine Rente. So sei auch das Niedriglohnproblem eine wesentliche Ursache für die spätere Altersarmut.

Die Deutsche Versicherungswirtschaft fordert, dass das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre angehoben werden soll. Die „Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände“ sieht nach eigenen Aussagen aktuell noch keinen besonders „dringenden Bedarf“ dafür, ein höheres Rentenalter zu wählen. Auch der DGB meint, diese Form der Anhebung sei „nichts anderes, als eine Kürzung der Renten“. Je größer der Abstand zwischen realem Eintrittsalter in den Rentenbezug und dem gesetzlich vorgeschriebenen Rentenalter sei, desto niedriger falle die Rente aus. Bereits heute schafften es nur sehr wenige bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter.

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