Ex-Finanzminister Griechenlands: Deutschland zahlt in „schwarze Löcher“

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Griechenland Steuern

Yanis Varoufakis, ehemaliger Finanzminister Griechenlands, lehnte schon damals die Milliardenzahlungen Deutschlands für sein Land ab. Zudem sollte Deutschland jetzt nicht noch mehr Geld bezahlen, um die Eurozone zu retten, meint Varoufakis  in einem Interview mit der „Süddeutschen“ anlässlich der Gründung seiner neuen politischen Bewegung „Democracy in European Movement“ .

Damals, als er Griechenland regierte, sei er überzeugter Europäer gewesen. Nicht wie die Populisten, die jetzt Italien regierten. Italien sei jetzt eine Bedrohung für die gesamte Weltordnung, meint Varoufakis. Die Euro-Krise könne sich jetzt mit Italien noch verschärfen. Die deutsche Bundesregierung solle nun endlich ehrlich sagen, ob sie die Währung retten wolle oder nicht.

Italiener wurden jahrelang betrogen

Italien sei jahrzehntelang von einer Art „Establishment-Populismus“ beherrscht worden. Jeder Regierungschef habe den Italienern versprochen, dass es ihnen mit bald besser gehe. Doch mit den Jahren sanken die Pro-Kopf-Einkommen in Italien und für die meisten Italiener erwiesen sich diese Versprechen als falsch. Als Folge wählten die Bürger eine populistische Regierung, bestehend aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung. Diese versuche nun, neue fiskalpolitische Regeln oder gar den Euro-Exit vorzuschlagen.

Für Deutschlands Politiker werde es nun Zeit, sich zu entscheiden: Wolle Deutschland ein föderales Europa mit einem gemeinsamen Budget und einer Bankenunion oder bevorzuge die Bundesregierung eine „gesteuerte Auflösung“ der Euro-Zone, bei der Italien und Frankreich parallele Währungen herausgeben, bevor sie aus der Währungsunion ausscheiden? Egal wie sich die Politik in Deutschland entscheide, sie müsse es bald tun, denn die Euro-Zone könne mit der bestehenden Architektur nicht mehr fortbestehen. Berlin betreibe Verleugnung und deshalb seien populistische Parteien im Aufwind, meint Varoufakis.

Die Euro-Krise ist nicht vorbei

Die Euro-Krise war nie beendet. Die Rettungspakete für Griechenland seien eine „verrückte Idee“ gewesen, einem insolventen Staat den größten Kredit der Geschichte zu geben. Draghis Finanzpolitik pumpte Liquidität in die Märkte, um die Insolvenzen europäischer Banken und Staaten zu vertuschen. Doch keine Insolvenz kann jemals mit weiteren Krediten gelöst werden. Die Krise wurde lediglich vertuscht, während die Ursachen weiter unter der Oberfläche schwelen.

Der Kern des Übels sei die starre Haltung der Euro-Gemeinschaft. Den Mächtigen gehe es nur darum, den Schein zu wahren: Den Schein, dass Euro-Regeln greifen. Die Realität werde aber ignoriert. Hochverschuldete Staaten können niemals ihre Schulden begleichen, neue Krisen seien unausweichlich. Die Bürger fürchten nicht mehr nur in Griechenland um ihre Rente, sondern auch in Deutschland. Das helfe nicht den Bürgern, lasse aber die Europakritiker und Populisten erstarken, so Varoufakis.

Milliarden Deutschlands versickern in „schwarzen Löchern“

Deutschland verschwende Unsummen an Geldern, die am Ende nur in undurchsichtigen Kanälen versickerten. Je länger man versuche Italien zu retten, desto schlimmer werde die Katastrophe. Davon ist Varoufakis überzeugt. Er mache schon seit Jahren auf diese Gefahr aufmerksam, doch niemand wolle das hören. 2015 wurde er deshalb zum Rücktritt gezwungen. Dass Italien zusammenbrechen wird, steht für Varoufakis fest. Auch Deutschland könne Italien nicht retten. Die Deutschen würden nur mit in den Abgrund gezogen.

Sein Vorschlag: Europa müsse sich von US-Finanzen und russischer Energie unabhängig machen. Die EZB solle selbst Anleihen herausgeben, anstatt Anleihen von Pleitestaaten zu kaufen. Zudem solle die EZB nicht mehr von Europäern geführt werden, damit der Streit zwischen den EU-Ländern aufhöre. Doch vermutlich werde keine seiner Ideen von der EU umgesetzt werden, meint Varoufakis. In Südeuropa würde man eventuell auf ihn hören. Dort hätten die Menschen eh nichts mehr zu verlieren.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

1 Kommentar zu "Ex-Finanzminister Griechenlands: Deutschland zahlt in „schwarze Löcher“"

  1. Das kann doch nicht wahr sein! Die Menschen auf der Erde können nicht immer noch derart komplett bescheuert sein und mit Geld hantieren! Geld ist in anderen Welten schon lange out! https://mumu1.bplaced.net/forum-mist.html

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*