+++ Fed erhöht Leitzins +++

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Watergate Redaktion

Wie erwartet hat die US-Notenbank, die Federal Reserve Bank den Leitzins von 0,75 auf 1,0 Punkte erhöht. Die Chefin der Fed, Janet Yellen, hat bis Ende 2018 weitere Zinserhöhungen auf bis 3,0 Punkte angekündigt. Für dieses Jahr sind noch zwei weitere Erhöhungen geplant. Nach der Finanzkrise 2008 und 2009 hatte die Fed den Zins auf null Prozent gesetzt, um das Bankensystem zu stabilisieren und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Erst nach sieben Jahren hob die Fed 2016 den Leitzins zum ersten Mal schrittweise wieder an.


Was bedeutet dies für die US-Wirtschaft?
Die größte Volkswirtschaft der Welt soll mit der Zinsanhebung vor einem Überhitzen bewahrt werden. Kommt Geld mit zu niedrigen Zinsen auf den Markt, drohen Blasen zu entstehen – etwa bei Immobilien, die künstlich immer teurer werden. Platzt die Blase, ist der Wertverfall umso größer. Das will die Fed verhindern. Schließlich war es eine US-Immobilienblase, die 2008 in die tiefste Wirtschafts- und Finanzkrise der neueren Geschichte geführt hat.

 
Kann der US-Präsident Donald Trump mit der Geldpolitik der Fed leben?
Teils, teils. Einerseits will Trump Amerika „Great Again“ machen. Eine schwache Währung käme ihm dabei gelegen, weil die US-Firmen exportieren könnten – und von Trump ungeliebte Importe tendenziell teurer würden. „Die langfristige Stärke des Dollar ist sehr wichtig“, sagt zwar der Finanzminister und frühere Investmentbanker, Steven Mnuchin. Trump verfolgt aber eigentlich ganz andere Ziele: Er will das immense Handelsdefizit der USA vor allem gegenüber China, aber auch Ländern wie Japan und Deutschland, dezimieren. Ein zu starker Dollar verteuert US-Exporte ins Ausland und macht sie somit auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig. Ferner muss Trump auch die enormen Staatsschulden der USA abbauen und will ein riesiges Infrastrukturpaket auflegen – auch dafür wäre eher ein schwächerer Dollar hilfreich.

 
Lässt sich die Notenbank vom Weißen Haus beeinflussen?
Offiziell ist die Federal Reserve unabhängig und trifft ihre Entscheidungen ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten – nicht nach politischen. Andererseits: Viele Experten gehen davon aus, dass Janet Yellen, die von Trumps Vorgänger Barack Obama eingesetzt worden war, nicht eine weitere Amtszeit vergönnt sein wird. Ihr Vertrag läuft 2018 aus. Dann könnte Trump jemanden ins Amt holen, auf den er zumindest hinter den Kulissen mehr Einflussmöglichkeiten besitzt. Das gilt besonders für den Fall, dass die Fed Grund zu einem aggressiveren Zinskurs sieht und dieses Jahr noch mehrere Erhöhungen ankündigt.

 
Warum ärgert die Zinserhöhung Donald Trump?
Die Menschen in den USA und im Ausland sollen wieder mehr amerikanische Produkte kaufen. Dafür ist Trump allerdings darauf angewiesen, dass der Dollar nicht zu stark ist – sonst werden in den USA produzierte Waren im Vergleich zu Waren aus Europa oder Asien zu teuer. Wenn nun die Zinsen in den USA aber deutlich steigen, wird es für Investoren aus aller Welt attraktiver, ihr Geld in Dollar anzulegen. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Dollar – und somit der Wechselkurs. Der Dollar wird stärker: Eine Entwicklung, die den Aufschwung in den USA zumindest bremst.

 
Was bedeutet die bevorstehende US-Zinserhöhung für Deutschland und Europa?
Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist abgekoppelt von der US-Notenbank, wenngleich die USA natürlich ein nicht zu übersehender Signalgeber sind. Vor allem auf dem Finanzsektor in Deutschland mehreren sich die Stimmen, die fordern, dass EZB-Chef Mario Draghi nicht allzu lange abwartet.

Dann hätten Sparer wieder mehr von ihrem Geld, aber Häuslebauer müssten mehr Zinsen für ihre Hypotheken zahlen. Die Banken in der Eurozone leiden unter den niedrigen Zinsen. Allerdings ist die Wirtschaft mit der massiven Arbeitslosigkeit in Südeuropa eigentlich noch nicht so weit. Draghi kündigte erst vergangene Woche an, dass die Anleihekäufe der EZB zunächst weitergehen sollen – das Gegenteil einer Zinserhöhung.

 
Werden jetzt auch die Zinsen in Europa steigen?
Danach sieht es erst einmal nicht aus. Die Europäische Zentralbank verfolgt einen völlig anderen Kurs als die Fed – was auch daran liegt, dass die Wirtschaft in der Eurozone noch deutlich schwächer ist als die in den USA.

 
Quellen: Handelsblatt, Reuters

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