Freihandelszone: Heimlich über uns gekommen….

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Die Freihandelszone der EU mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay) nimmt Gestalt an. Die EU-Kommission gab am Freitag an, dass der „Deal“ in „klares Bekenntnis beider Regionen zu einem regelbasierten internationalen Handel“ sei. Damit würden EU-Unternehmen einen bedeutenden „Vorsprung“ in Südamerika haben. Auch würden in den Mercosur-Staaten Reformen und Modernisierungen vereinbart sein und stattfinden. Schließlich würde es auch „Standards“ geben, die sich mit der Sicherheit von Lebensmitteln, dem Verbraucherschutz und dem Umweltschutz beschäftigten. Selbst das „Pariser Klimaschutzabkommen“ würde umgesetzt. Also ist alles bestens. Oder?

Wir erinnern an den Hintergrund, über den wir schon vor längerer Zeit berichtet haben:

„Das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen der EU, Brasilien, Uruguay, Paraguay und Argentinien steht kurz vor dem Abschluss. Mit ihm werden Massen an billigem Hormonfleisch nach Europa kommen. Die Öffentlichkeit erfährt davon wieder einmal nichts. Für die EU ist der Zeitpunkt günstig, denn die USA haben sich derzeit von Freihandelsabkommen mit der EU zurückgezogen.

Das klassische Freihandelsabkommen sieht vor, Einfuhrzölle und Handelsschranken abzubauen sowie die Importquoten der Parteien auszubauen. Beispielsweise will die EU mehr Autos nach Südamerika exportieren. Zudem will sie eine Verschärfung des Patentrechts für Medikamente für die Pharmaindustrie der EU. Dies dürfte für die Mercosur-Staaten zu Preissteigerungen für Medikamente führen und die übliche Medikamenten-Herstellung wäre damit in Südamerika in Frage gestellt.

Der Treiber für die Verhandlungen des Freihandelsabkommens ist die EU, vor allem aber Deutschland. Die EU will vor allem ihre Industrieexporte steigern, während die Mercosur Staaten dazu festgelegt werden sollen, hauptsächlich Agrarprodukte zu exportieren. Damit dürfte der Auf- und Ausbau einer eigenen Industrie erschwert werden. In Brasilien und Argentinien sind jetzt allerdings neoliberale Parteien an der Regierung, weshalb dem Abschluss des Freihandelsabkommens nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Der Mercosur-Handelsvertrag soll Agrarimporte nach Europa massiv steigern. Gegen die geplanten Importe von Agrarprodukten aus Südamerika ist allerdings mit einem Sturm der europäischen Landwirte zu rechnen (den gibt es bereits in Frankreich, daher war auch Frankreichs Präsident Macron gegen die Vereinbarung, d. Red.). Denn gegen die billigeren Monokulturen aus Südamerika können diese kaum konkurrieren. Viele müssten ihren Betrieb schließen. Statt Fleisch vom Bauernhof aus der Region gäbe es mehr Ware von der globalen Agrarindustrie. Dagegen könnten nur industrielle Betriebe mit Massentierhaltung bestehen.

Umweltschützer und Menschenrechtler sehen ebenfalls große Probleme auf die EU-Staaten zukommen. Denn die Landwirtschaft der südlichen Mercosur-Staaten setzt vor allem auf Gentechnik und den großflächigen Einsatz von Glyphosat. Zudem werden zugunsten von Weideflächen für die Rinderzucht Wälder im großen Stil abgeholzt. Kleinbauern und Ureinwohner werden gewaltsam vertrieben. Das Freihandelsabkommen würde dem Import von gentechnisch verändertem und durch Pestizide verseuchten Lebensmitteln sowie Hormon- und Gammelfleisch Tür und Tor in die EU öffnen.“ Das nächste Einfallstor für „Freihandelszonen“ wie TTIP ist geöffnet – sehen Sie sich die Fakten auch hier an….

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1 Kommentar zu "Freihandelszone: Heimlich über uns gekommen…."

  1. Enka Latineg | 30. Juni 2019 um 1:04 | Antworten

    Wer in Mercosur jemals echtes Churrasco gegessen hat weiss, dass dort kein Gammelfleisch in den Handel kommt. Hierzulande ist argentinisches und brasilianisches Rindfleisch bereits heute sehr beliebt.
    Bezüglich der Autos glaube ich , dass in Südamerika kostengünstiger produzierte Fahrzeuge in höherer Anzahl auf den europäischen Markt kommen werden, als umgekehrt. Hiesige Autokäufer werden das oft gar nicht merken, da die deutschen Hersteller eigene Werke in Lateinamerika haben. So waren z.B. alle VW in Deutschland verkauften Fox aus brasilianischer Produktion.
    Dieser Vertragist in allen wirtschaftlichen Bereichen ein Gewinn für Mercosur

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