Gerald Hüther: „Schulen produzieren leidenschaftslose Pflichterfüller“

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Lernen

Der Hirnforscher, Neurobiologe und Lernforscher Prof. Gerald Hüther ist der Ansicht, dass das heutige Schulsystem „leidenschaftslose Pflichterfüller“ produziere. Es bilde nicht Menschen, sondern Maschinen aus, die stumpfsinnige Matheformeln auswendig lernen sollen. Geht es nach Prof. Gerald Hüther, könnte jedes Kind etwas Besonderes sein und werden. Das Lehrsystem sei aber so beschaffen, dass es für viele negativ verlaufe.

„Wir bleiben also Kümmerversionen dessen, was wir sein könnten. Lernen muss unter die Haut gehen. Wenn es das nicht tut, dann merkt sich das Hirn nix. Wenn es mich angeht und mich betrifft, dann gehen die emotionalen Zentren im Mittelhirn an. An dessen Enden werden die neuroplastischen Botenstoffe ausgeschüttet, die wiederum ein Füllhorn voll an guten Gefühlen erzeugen.“

Gleichzeitig regen die ausgeschütteten Botenstoffe das Gehirn an, weitere Vernetzungen zu erzeugen und Kontakte zu knüpfen. Das sei auch der Grund, warum man in den Dingen, die Freude machen, immer besser sei als in Dingen, die keine Freude machen, so Hüther.

Heutzutage jedoch bedürfe es jedoch nicht mehr braver Pflichterfüller und Auswendiglerner. Heute würden Kreativität, soziale Kompetenz und Querdenken gebraucht. Diese Fähigkeiten seien heute wesentlich gefragter, als noch im letzten Jahrhundert. Man könne diese aber weder unterrichten noch auswendig lernen oder durch Leistungskontrollen messen.

Das Schulsystem sei auf die besonderen Fähigkeiten der Kinder nicht vorbereitet. Was gegenwärtig in den Schulen vermittelt würde, reiche bei weitem nicht mehr aus, um die junge Generation zukunftsfähig zu machen. Lernen sei also „begeisterungsabhängig“ und Begeisterung werde am besten in sozialen Gefügen geweckt, in denen man sich zugehörig und verbunden fühle. Nur so könnten die Botenstoffe ausgeschüttet werden und die Lernerfahrung als positiv empfunden werden. Dabei bezeichnet Hüther „ermutigen und inspirieren“ als die Zauberworte für freudvolles, sinnvolles und nachhaltiges Lernen.

Nach Hüthers Meinung kommen 98% aller Kinder hochbegabt auf die Welt. Nach Beendigung der Schule seien nur noch 2% hochbegabt. Leistung und Wettbewerb seien das Maß aller Dinge in unserer Gesellschaft. Genau diese Verhaltensweisen jedoch würden dafür sorgen, dass die spielerische Kreativität verkümmerten und Kinder Angst hätten, beim Suchen nach neuen Lösungen zu scheitern.

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