Glyphosat-Urteil gegen Monsanto/Bayer bleibt – Bayer Aktie stürzt ab

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Unbenanntes Design(48)

Im Glyphosat-Prozess gegen Bayer-Monsanto hatte ein US-Gericht das Urteil gegen den Pestizid-Hersteller grundsätzlich bestätigt. Zwar wurde die Strafsumme von 289 Millionen US-Dollar auf 78 Millionen reduziert. Dennoch stürzte die Bayer-Aktie nach der Verkündung ab.

Ein Krebspatient hatte gegen Monsanto geklagt, weil der Agrochemie-Konzern, der das Pestizid Roundup herstellt, die Krebsrisiken des Inhaltstoffs Glyphosat verschleierte. Da das Urteil wegweisend für weitere Klagen wegen Glyphosat ist, dürfte die Reduktion der Strafe kein Trost für Bayer sein. Das sehen auch die Bayer-Anleger so. Die Aktie verlor im Vergleich zum gestrigen Kurs 8 Prozent.

Bayer (Monsanto) ist in den USA jetzt mit rund 8700 Klagen konfrontiert. Der Prozess in Kalifornien war der erste, der sich mit der Frage befasste, ob Glyphosat krebserregend ist. Das Urteil ist insofern brisant, da es sich um das erste Urteil handelt, das richtungsweisend für die zahlreichen weiteren Klagen sein könnte. Bayer kündigte prompt an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Zwar ist die Strafminderung für Bayer ein kleiner Erfolg. Trotzdem hat die zuständige Richterin Suzanne Bolanos das Urteil der Jury vom August nicht vollständig gekippt. Sie hat damit indirekt bestätigt, dass sich vor Gericht ein Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebserkrankungen durchsetzen lässt.

In einer Voranhörung äußerte die Richterin Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Summe. Am Montag bestätigte sie allerdings grundsätzlich das von der Jury vorangegangene Urteil. Richterin Bolanos machte deutlich, dass es nicht ihre, sondern die Aufgabe der Jury war, den Zusammenhang von Glyphosat und der Krebserkrankung zu beurteilen.

Bayer und Monsanto verwiesen jetzt auf mehr als „800 wissenschaftliche Studien“, u. a. von der US-Umweltbehörde EPA, die belegen, dass Glyphosat keine Krebsrisiken berge. Obwohl unabhängige Studien die kanzerogenen Eigenschaften des Pflanzengifts längst bestätigten, ist offiziell noch immer umstritten, ob Roundup Krebs verursacht.

Bayer wird sich dennoch darauf einstellen müssen, dass die Zahl der Klagen im Zusammenhang mit Glyphosat noch weiter ansteigen wird. Die Unsicherheit, die sich aus dieser Situation ergibt, wird den Bayer-Konzern und seine Aktien vorerst weiter belasten.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "Glyphosat-Urteil gegen Monsanto/Bayer bleibt – Bayer Aktie stürzt ab"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*