Griechischer Ex-Minister Varoufakis droht, geheime Videos von EU-Treffen zu veröffentlichen

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Schäuble

Der ehemalige Finanzminister Griechenlands, Yanis Varoufaki, droht damit, heimlich aufgenommene Mitschnitte der Eurogruppen-Sitzungen zu veröffentlichen. Besonders im Visier hat Varoufakis dabei den ehemaligen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Varoufakis hat im ersten Halbjahr von 2015 heimlich die Sitzungen der Eurogruppe mitgeschnitten. Er teilte mit, die Tonaufnahmen am 10. März veröffentlichen zu wollen, erklärte er in einem Interview dem griechischen Senders Skai-TV. Es sei seine „europäische Pflicht“ dies zu tun. Neben Schäuble nimmt Varoufakis den ehemaligen Eurogruppenchef Dijsselbloem ins Visier.

Zwar sind die Aufnahmen schon fünf Jahre alt. Dennoch dürften sie politische Sprengkraft haben. Varoufakis erklärte bereits in einem Interview mit dem „New York Times Magazine“ im Mai 2015, dass er die Sitzungen der Euro-Finanzminister mit seinem Smartphone aufnehme. Die Enthüllungen sorgten damals für Aufsehen, denn die Sitzungen galten als „vertraulich“ – es wurden auch keine Sitzungsprotokolle angefertigt. Varoufakis habe die Sitzungen aufgenommen, um „Lügen“ seiner Amtskollegen zu dokumentieren, sagte er.

Vergangene Woche gab Varoufakis dem Parlamentspräsidenten Tassoulas einen Umschlag, der offenbar den USB-Stick mit den Mitschnitten enthielt. Tassoulas entgegnete jedoch, dass er die Mitschnitte nicht veröffentlichen wolle. Das müsse Varoufakis schon selbst und auf eigene Verantwortung tun. Das hat Varoufakis nun vor.

Als die Griechenlandkrise 2015 ihren Höhepunkt erreichte, steuerten der ehemalige Ministerpräsident Tsipras und der neue Finanzminister Varoufakis zunächst einen harten Konfrontationskurs gegenüber den Europartnern, vor allem gegen Merkel und Schäuble. Im Juni 2015 wurde Griechenland zahlungsunfähig und das Bankensystem stand kurz vor dem Kollaps. Tsipras kapitulierte und verpflichtete sich im Gegenzug zu einem strikten Sparkurs, von dem sich die griechische Wirtschaft und die Griechen bis heute nicht erholt haben. Varoufakis trat aus Protest nach nur einem halben Jahr im Amt zurück.

Varoufakis sagt bis heute, dass Merkel und Schäuble die Deutschen während der Griechenlandkrise und der darauffolgenden „Griechenland-Rettung“ mehrfach belogen hätten, um deutsche Banken mit Milliarden-Geldern zu retten. Die deutsche Regierung habe „zu ihrem Entsetzen entdeckt“, dass die Deutsche Bank und andere Banken de facto pleite gewesen seien, so Varoufakis. Merkel sei „entsetzt“ über die Perspektive gewesen, „reichen Banken“, 500 Milliarden Euro zu überweisen – sie habe den Krediten nur zugestimmt, da ihr Berater erklärten, sonst „käme kein Geld mehr aus den Geldautomaten“.

Nur wenige Monate später habe sich das gleiche Dilemma wiederholt. Dieselben Banken wären Konkurs gegangen wenn der griechische Zahlungsausfall nicht abgewendet worden wäre. In der Folge habe es ein neues Rettungspaket für die deutschen und französischen Banken gegeben – überwiegend aus deutschen Steuergeldern finanziert und „getarnt als ein Akt der Solidarität mit Griechenland“, sagte Varoufakis in einem Interview mit der ARD.

Mit der Veröffentlichung der Aufnahmen aus den Eurogruppen-Treffen will Varoufakis dokumentieren, wie seinerzeit Lügen verbreitet und Zusagen zurückgenommen worden seien. Die Griechen hätten ein Recht darauf zu erfahren, wie es damals in den Sitzungen zugegangen sei. Jeder solle mit eigenen Ohren hören können, wie Schäuble „mit seinem Stimmchen sagt, dass er die Spekulationsgewinne der Europäischen Zentralbank mit griechischen Staatsanleihen, die man 2012 Griechenland versprochen hatte, für seinen Bundeshaushalt brauche“. Varoufakis sehe sich auch deshalb „verpflichtet“, die Aufnahmen zu veröffentlichen, „damit die Deutschen erfahren, was Schäuble in ihrem Namen getan hat“. Wir würden die Aufnahmen sofort selbst veröffentlichen – hier.

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4 Kommentare zu "Griechischer Ex-Minister Varoufakis droht, geheime Videos von EU-Treffen zu veröffentlichen"

  1. Merkel, Schäuble und „Konsorten“ müssen ohne Wenn und Aber sofort zur Verantwortung gezogen werden. Nicht nur im Fall „Griechenland“ werden sie ihre „schmutzigen“ Spuren hinterlassen haben !!! Ihre Immunität ist aufzuheben und die Strafverfolgung darf nicht durch die abhängige Justizverwaltung vereitelt werden. Deutschland bzw. alle deutschen Steuerzahler und alle deutschen Bürger haben ein Recht auf umfassende und lückenlose Aufklärung !! Vor dem Gesetz darf es keine „Ungleichbehandlung“ geben und niemand darf vor Strafe geschützt sein. Das muss vor allem für „Abgeordnete“ und „Staatsdiener“ gelten und es ist überhaupt nicht einzusehen, weshalb gerade diese besonders „verantwortliche Kaste“ geschützt sein soll. Sie haben die Macht, vieles zu regeln und zu manipulieren, aber die Macht nur, um sie zum Wohle des Volkes einzusetzen, nicht aber zum Betrug am Volke !!!

  2. machen, nicht reden ….

  3. Woanders sitzen Verbrecher im Gefängnis, bei uns in der Regierung. Schäuble weiß schon lange über die CumEx Geschäfte und hat unfähig bzw unwillig zu gesehn bis jetzt der Schaden über 60 Milliarden Euro groß wurde. Im gleichen Atemzug aber uns Bürger knebeln wegen „Schwarzgeldbekämpfung“.

  4. Will eröffentlichen – was soll der Quatsch? Wenn es ihm wirklich Ernst wäre, dann soll er sie einfach veröffentlichen bzw. hätte es schon längst tun müssen.

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