„Grüne Woche“ in Berlin – Großdemo gegen EU-Agrarpolitik

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Schätzungen zufolge haben am Samstagmittag über 35.000 Demonstranten unter dem Motto „Wir haben es satt“ gegen die Agrarpolitik der EU-Kommission und der Merkel-Regierung protestiert. Mit 171 Traktoren haben Bauern aus ganz Deutschland das Brandenburger Tor blockiert. Die Demonstranten, unter denen sich zahlreiche Landwirte befanden, forderten eine komplette Wende in der Agrarpolitik.

Die zentrale Forderung betrifft die EU-Subventionen. Denn 80 Prozent der finanziellen Subventionen fließen an nur 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe. Da sich die Subventionen nach den Flächengrößen der Betriebe richten, fließt der Großteil der Gelder vor allem an industriell arbeitende Agrarbetriebe. Die allerdings brauchen das Geld nicht. Die kleinen Höfe und Familienbetriebe schon, denn diejenigen, die wirklich hart arbeiten, sind durch die ungleiche Verteilung der Subventionen vom Aussterben bedroht.

Stattdessen müssten Betriebe gefördert werden, die durch ihre ökologische Bewirtschaftung Umwelt und Klima schützen und die Nutztiere wie Rinder, Schweine oder Hühner artgerecht halten, erklärte die Sprecherin der Initiative „Wir haben es satt“, Saskia Richartz. Besondere Verantwortung trage Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Die Agarministerin, die mit „Buh-Rufen“ empfangen wurde, dürfe diese Themen nicht länger ignorieren und müsse sich dafür einsetzen, dass mit Steuergeldern nur noch „enkeltaugliche“ Landwirtschaft honoriert werde, so Richartz.

Der Aufruf zur Demonstration wurde von rund 100 Organisationen unterstützt, die sich mit Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz sowie Entwicklungspolitik befassen. Ihren Angaben zufolge werden in der EU jährlich 60 Milliarden Euro an EU-Subventionen verteilt – der Großteil wird als pauschale Subvention je Hektar Fläche verteilt – an Agrargroßbetriebe.

Die Agrarindustrie immer weiter mit Milliarden zu stopfen sei agrarpolitischer Irrsinn, so Richartz. Ertragssteigerungen um jeden Preis seien keine Lösung. Das Gegenmodell zum bisherigen Agrarmodell sei die auf ökologischen Prinzipien basierende Agrarökologie. Der politische Ansatz müsse die Ernährungssouveränität und das Recht auf angemessene Ernährung gewährleisten. Daher die Forderung: „Umverteilen jetzt!“

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