Hambacher Forst – Uraltes Ökosystem soll Braunkohletagebau zum Opfer fallen

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Der Hambacher Forst (zwischen Köln und Aachen) ist einer der letzten großen Mischwälder Europas und hat ein uraltes, einzigartiges Ökosystem. Ursprünglich umfasste der Wald einmal 5.500 Hektar. Davon sind heute gerade mal noch ein Zehntel übrig. Denn seit vierzig Jahren wird der über 12.000 Jahre alte Wald stetig abgeholzt, weil sich Braunkohlevorkommen darunter befinden. Der Rest des Waldes, der sogenannte Herzwald, soll in den nächsten drei Jahren dem Braunkohletagebau komplett zum Opfer fallen und ganz verschwinden.

Für die weitere Rodung hat der Energiekonzern RWE ab Oktober die Genehmigung erhalten. Die Rodungen sollen ab Mitte Oktober beginnen. Gespräche zwischen dem Energiekonzern und Umweltschutzverbänden sind bislang ergebnislos verlaufen. Greenpeace, der BUND und der Deutsche Naturschutz Ring (DNR) hatten gefordert, die geplanten Rodungen auszusetzen, bis die derzeit tagende Kohlekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat.

In den noch bestehenden restlichen Waldstücken gibt es Eichen und Buchen, die über 300 Jahre alt sind. Sie bieten Zugvögeln jedes Jahr Unterkunft und werden von vielen bedrohten Tierarten bewohnt. Angeblich will RWE die bedrohten Tierarten umsiedeln. Doch Biologen bezweifeln, dass dies überhaupt möglich ist. Umweltschutzaktivisten besetzen den Wald seit 6 Jahren, z. T. auch mit Baumhäusern. In den letzten Tagen verstärkten sich die Proteste. Am Donnerstag hat die Polizei damit begonnen, die rund 50 Baumhäuser zu entfernen.

Am Wochenende kam es erneut zu Protesten und zu einer Mahnwache durch die Braunkohlegegner. Einige Umweltschutzaktivisten hatten sich in einem Schacht verschanzt. Bei der Räumaktion der Polizei sollen 34 Umweltschützer festgenommen und rund 10 verletzt worden sein. Nach Aussagen der Aktivisten soll die Polizei bei der Räumung brutal vorgegangen sein. Bei den Verletzungen soll es auch Knochenbrüche gegeben haben.

Die Bundesregierung hatte den Ausstieg aus der Braunkohle aus Klimaschutzgründen zum Programm gemacht. Doch Bundeskanzlerin Merkel hatte jetzt beschlossen, erst die „Zukunftschancen zu klären, bevor man der Frage nach dem Braunkohleausstieg nachgehe“. Merkel wies Forderungen von Greenpeace nach einem schnellen Ausstieg zurück.

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7 Kommentare zu "Hambacher Forst – Uraltes Ökosystem soll Braunkohletagebau zum Opfer fallen"

  1. Alexander Streit | 17. September 2018 um 9:39 | Antworten

    Das der Hambacher Forst einer der letzten großen Mischwälder Europas ist kann ich nicht glauben. Wer öfter auf der A61 durch die Eifel, oder auf der A45 durch das Sauerland fährt, der sieht Mischwald so weit das Auge reicht. Außerdem kann jegliche Art von Wald auch wieder aufgeforstet werden.
    Ich habe das Gefühl, dass hier wieder ahnunglose Großstädter mit zu viel Freizeit etwas gefunden haben, wofür sie sich glauben einzetzen zu müssen.

  2. In tausend Jahren nennen das Lobbyisten aud der Tourismusbranche „Nationalpark“ und stellen die „Berge“ unter Naturschutz. Man muss sich nur einmal den Grand Canyon ansehen und vergleichen mit heutigem Raubbau!

  3. Die Welt schwimmt in preiswerter Steinkohle. Warum kaufen wir die nicht? Sie ist viel sauberer als Braunkohle und man bräuchte auch keine Wälder abholzen. Wenn man diesen Kahlschlag in die CO2-Bilanz mit einbezöge, macht es noch weniger Sinn.
    Es lebe die Kernkraft! Als Übergangsenergie lebe die Steinkohle!

  4. Harald Schröder | 18. September 2018 um 1:04 | Antworten

    Wald muss Windkraftanlagen weichen

    Während „Aktivisten“ im HambacherForst um den Erhalt der Bäume kämpfen, fallen wenige Kilometer entfernt unbeachtet tausende Bäume, um Platz zu machen für Windkraftanlagen.“ – „Der Wald kann nicht grundsätzlich tabu sein“ meint ein Grüner dazu.
    ———
    Gutmenschin schickt Kinder auf Privatschule, angeblich wegen AfD-Wählern
    2840 Fälle ! Die große Kindergeld-Abzocke
    https://tagebuch-ht.weebly.com/n.html

  5. Fritz - Ulrich Hein alias hein-tirol | 18. September 2018 um 2:11 | Antworten

    Die Naturschützen greifen RWE an und haben damit den falschen Ansprechpartner. Schon vor Jahren hat die Rot/Grüne Regierung grünes Licht für die Abholzung gegeben. Dies wird nun umgesetzt, nachdem RWE ein ganzes Dorf aufkaufte und die ehemaligen Hausbesitzer noch eine Duldung zur Weiternutzung hatten (lt. WDR TV Aktuelle Stunde). RWE macht jetzt von seinem Recht gebrauch. Ich halte die ganze Aufregung für gekünstelt. Es hat sich nämlich erwiesen, dass alle ehemaligen Halden heute schmucke Naturreservate wurden und auch als Erholungsgebiete genutzt werden.

    • So ist es! So gut wie alle Flächen in Deutschland sind Kulturlandschaft, die entweder gepflegt wird oder die man verwildern lässt.

      Derweil werden Schneisen in Wälder geschnitten, um Windkraftwerke zu bauen.

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