+++ Hat VW Millionen „Schweigegeld“ alias Boni gezahlt? +++

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Dieselskandal

Im Zusammenhang mit dem Abgasskandal bei Volkswagen wurden jetzt in den USA mindestens zehn der Empfänger von Bonuszahlungen befragt. Denn nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung sollen Managern des Konzerns in den USA sogenannte „Bleibeprämien“ bezahlt worden sein. Unter anderem soll auch der Manager unter den Begünstigten gewesen sein, der die Abgasversuche an Affen genehmigt hatte.

Die Bonusempfänger werden jetzt von US-Gerichten als Zeugen vernommen. Den größten Betrag von 450.000 US-Dollar soll der Audi-Amerika-Chef Scott Keogh erhalten haben. Normalerweise werden derartige Bonuszahlungen in den USA erst dann ausgezahlt, wenn der Angestellte nach Ablauf eines vereinbarten Zeitraums immer noch in dem Konzern tätig ist. US-Anwälte bezeichnen daher die Bonuszahlungen von VW als „Schweigegeld“. Nicht, um die Betroffenen zum Bleiben zu bewegen, sondern sich im Falle eines Verhörs deren Schweigen zu erkaufen. VW dementiert bislang diesen Verdacht. Diese Gratifikationen mit einem Schweigegeld zu vergleichen, entbehre jeglicher Grundlage und sei völliger Blödsinn.

Der Diesel Skandal kostet VW in den USA Milliarden. Es gab dadurch erhebliche Ausgaben für Strafen, Vergleiche und Entschädigungen. Und eben auch die Sonderzahlungen für Manager, die in die Abgasaffäre verwickelt waren. Die strafrechtlichen Konsequenzen wären für die VW-Beschäftigen in den USA immens, wenn sie nicht wahrheitsgemäß aussagten. Ansonsten drohten hohe Strafen.

Schon bereits vor dem Abgas Skandal soll VW Boni an Mitarbeiter gezahlt haben, die „besonders wichtig“ für das Unternehmen waren. In den USA werden vergleichsweise oft Bleibeprämien gezahlt und von Juristen normalerweise als unproblematisch erachtet. Da jedoch auch Manager, die in die Abgastests involviert waren „Bleibeboni“ erhielten, kam der Verdacht von „Schweigegeldzahlungen“ auf. Denn der VW Jurist Geanacopoulos in den USA soll von den Abgastests mit Affen gewusst haben. Er soll die Studie sogar selbst genehmigt aber von Tests an Menschen abgeraten haben. Er hat einen Bonus von 150.000 Dollar erhalten.

Ein weiterer VW Manager, Stuart Johnson, hatte das Affenlabor regelmäßig besucht. Der Verdacht einer Schweigegeldzahlung kam hier auf, weil Johnson in 30 Jahren VW-Zugehörigkeit noch nie einen Bleibebonus erhalten haben soll. Volkswagen-Konzern Chef Matthias Müller soll über die Abgas-Tests an Affen regelrecht empört gewesen sein. Derartige Tests seien „abstoßend“ und „unethisch“. Inzwischen sehen auch deutsche Juristen die Boni-Zahlungen als kritisch. Wenn ein Mitarbeiter in kriminelle Machenschaften verstrickt ist oder gegen Unternehmensstandards verstößt, habe er mit seiner Entlassung aber nicht mit einem Bonus zu rechnen.

Watergate Redaktion 5.4.2018

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