Historiker warnt: Politische Stabilität in Deutschland geht verloren

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In einem Interview mit der Welt am Sonntag prognostizierte der Historiker Dan Diner für Deutschland düstere Aussichten. Aufgrund von Globalisierung und Migration werde es in Deutschland keine politische Stabilität mehr geben. Vor allem das alte Parteiensystem werde zerfallen. Die Folgen der Migration und Globalisierung werden auch in ganz Europa spürbar sein. Davon ist Dan Diner überzeugt.

Die alte Weltordnung, die aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen ist, ist Veränderungen unterworfen. Alle internationalen Organisationen wie z. B. die Vereinten Nationen werden gerade von US-Präsident Donald Trump infrage gestellt, so Diner. Freihandel und Weltwährungssystem sind unsicher. Sowohl die Nato als auch die EU erwuchsen aus dem Kalten Krieg. Nach dem Kalten Krieg konnten sich die sogenannten Wohlfahrtsstaaten (Sozialstaaten) entwickeln.

Heute erleben wir, dass sich der Sozialstaat im Niedergang befindet. Die soziale Sicherheit ist in Gefahr. Diner ist der Ansicht, dass die Globalisierung für den Niedergang des Wohlfahrtstaates verantwortlich ist. Durch die Migration wird der Niedergang allerdings erst spür- und sichtbar. Über Generationen hinweg aufgebaute soziale Sicherheiten, sogenannte Anwartschaften, schwinden dahin. Die Migration fördert zudem ein anderes Problem zutage: Die Gerechtigkeitsvorstellungen der Bürger können durch den Staat und die Globalisierung nicht mehr erfüllt werden.

Die SPD, die im 19. Jahrhundert entstanden ist und vornehmlich sozialdemokratisch geprägt war, zerfällt. Sie führt ihren ursprünglichen Auftrag nicht mehr aus. Überall in Europa befinden sich die Altparteien im Niedergang. In Italien gibt es praktisch keine nennenswerte alte Partei mehr. Der Brexit ist ein weiteres Beispiel für den Zerfall des alten, politischen Systems, so Diner. Auch die Zeit der anderen alten deutschen Volksparteien ist vorbei. In erster Linie gilt das für die SPD. Doch auch CDU/CSU werden heute regelmäßig von innerparteilichen Zwistigkeiten erschüttert. Diner nennt die AfD einen „politischen Haufen“, der den Verfall des traditionellen Parteiensystems lediglich beschleunigt.

Der Historiker sieht in den aktuellen politischen Entwicklungen Parallelen zum 19. Jahrhundert. Amerika war damals in der Isolation. Der Trend von US-Präsident Trump ist eindeutig: Die USA ziehen sich wieder mehr aus dem Weltgeschehen zurück. Fraglich ist, was aus Europa werden und welche Rolle Deutschland künftig spielen wird. Bislang war Deutschland transatlantisch ausgerichtet. Sollte die Euro-Zone zerfallen, könnte sich in den nördlichen EU-Staaten ein von Deutschland dominierter Wirtschafsraum herausbilden, glaubt Diner.

Die Stabilität Deutschlands und Europas sieht Diner davon abhängig, wie die neue Parteienlandschaft in Deutschland aussehen wird. Denn die bisherigen Parteien werden die aktuellen Erschütterungen wohl kaum überstehen. In der AfD wird gerade die Energie gebündelt, die den Wandel bringen wird. Stabilität für Deutschland und Europa sieht der Historiker in naher Zukunft also nicht.

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3 Kommentare zu "Historiker warnt: Politische Stabilität in Deutschland geht verloren"

  1. Dazu muss man weder Historiker noch Hellseher sein, um das genauso zu sehen. Aber Schulz, Hinz und Schmidt kommen ja nicht zu Wort

  2. Das kommt davon, wenn man sich nicht kümmert, sich nicht informiert, wenn man ein Obrigkeitshöriger ist, wenn man ein Gutmensch ist, wenn man seine Ruhe haben will, wenn man nichts sehen und hören will, wenn man glaubt, alles wird schon nicht so schlimm werden, wenn mn sich der w<ahrheit verehrt und Lügen glaubt.

    Dann haben die bösen Kräfte leichtes Spiel!

  3. Franz Josef Kostinek | 22. September 2018 um 6:29 | Antworten

    Europa ist ein Kontinent wie Amerika. Nur Amerika hat das erkannt.

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