In Berlin geht die Angst vor einer Italien-Krise um

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Nach Außen gibt sich die Bundeskanzlerin wie man sie kennt, wenn es um Probleme geht: Sie schweigt und scheint sie auszusitzen. Was sich im Hintergrund abgespielt hat, damit Italiens Staatspräsident Mattarella den angeblich deutsch-feindlichen Finanzminister Savona ablehnte, kann man nur erahnen. Bundeskanzlerin Merkel und ihre Hofschranzen dürften allerdings ein Wörtchen mitgeredet haben.

Denn in Berlin geht die Angst vor einer Italien-Krise um. Bevor Mattarella das vorgeschlagene italienische Kabinett ablehnte, sendeten diverse Parteien aus Berlin Warnungen an Rom: „Europa brauche mehr denn je einen verlässlichen italienischen Partner. Die italienische Koalition gebe Anlass zur Sorge. Italien und Deutschland stünden als Gründungsmitglieder der EU besonders in der Pflicht, für den Zusammenhalt von Europa zu arbeiten. In Italien drohe eine Regierung der Unfreiheit und Fremdenfeindlichkeit.“

Berlin dürfe sich dem euroskeptischen Kurs nicht beugen. Viele Bürger würden von der EU-Mitgliedschaft profitieren. Die „römischen Populisten“ würden bewusst die Zukunft des Euro aufs Spiel setzen. Für Deutschland wäre ein Austritt Italiens aus der Euro-Zone problematisch, weil dann auch andere Länder schnell folgen könnten. Die deutsche Wirtschaft profitiere stärker als jedes andere EU-Land vom Euro. Die Folgen eines Euro-Crashs für Deutschland würden geringe Unternehmensgewinne und folglich geringe Löhne nach sich ziehen und damit dem Land große Steuerausfälle bescheren.

Doch auch mit der Ablehnung des vorgeschlagenen italienischen Finanzministers ist die „römische populistische Koalition“ nicht vom Tisch. Der vorübergehend eingesetzte Carlo Cottarelli, ehemaliger Direktor des IWF, wurde von Staatspräsident Mattarella beauftragt, eine Übergangsregierung zu bilden. Doch bereits im Herbst könnte es zu Neuwahlen kommen, wenn dieser von Parlament nicht angenommen wird. Lega und Cinque Stelle dürften bis dahin weiter an Stimmen zulegen. Denn die stolzen Italiener haben es satt, sich von Brüssel und Berlin diktieren zu lassen.

Berlin und Brüssel fürchten, dass Italien aus der Währungsunion aussteigen könnte. Man will die Währungsunion vertiefen, weitere Staaten in die EU holen, die Vision der Vereinigten Staaten von Europa vorantreiben. Darum hält sich die Merkel-Regierung in der Öffentlichkeit mit Äußerungen und Ratschlägen auffallend zurück. Denn Berlin hat ein vitales Interesse daran, dass die deutschen Interessen in der Währungsunion verwirklicht und nicht durch einen unzuverlässigen EU-Partner aufs Spiel gesetzt werden.

Jetzt könnte sich allerdings die verfehlte Euro-Krisenpolitik Merkels rächen. Schon Kohl sagte zu Lebzeiten und nicht zu Unrecht: „Die Merkel macht mir mein Europa kaputt“.

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