+++ Italien läutet das Ende des Euro ein +++

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Seit heute steht es fest: Italien hat einen neuen Ministerpräsidenten. Die Parteien Lega und die Fünf-Sterne-Bewegung stellten ihren Ministerpräsidenten vor. Giuseppe Conte soll die neue Regierung anführen. Conte ist Politik-Neuling und wird die eurokritische und als populistisch geltende Regierung in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone anführen. Staatspräsident Mattarella muss der Nominierung noch zustimmen. Lega und Fünf-Sterne-Bewegung wollen eine Regierung bilden. Conte ist bislang ein unbekanntes Gesicht in der Politik. Er studierte Jura in Rom, war an Instituten in Wien, Paris, Cambridge und New York tätig.

Die neue italienische Regierung ist fest entschlossen, das Theater der Euroretter nicht mehr mitzuspielen. Das dürfte jedoch nur die Blinden unter den Beobachtern der Eurozone überraschen. Denn der Euro ist eine konstruierte Währung, die de facto zu mehr Divergenz als Konvergenz der beteiligten Länder geführt hat. Die Divergenz unter den Ländern sei nicht mehr durch finanzielle Transfers zu stabilisieren, so die Euro-Kritiker. Denn gerade um Italien steht es schlecht. Die staatliche Schuldenlast ist exorbitant hoch, während die privaten Haushalte in Italien wenig verschuldet und zudem viel reicher sind, als die Deutschen.

Dennoch hat Italien seit der Euro-Einführung erheblich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Italien ächzt unter den Staatsschulden. Durch den Kreditboom wurde italienischen Banken von der EZB zu viele billige Kredite gegeben, die nun nicht mehr einlösbar sind. Weil die Banken kein Eigenkapital haben, zahlen sie ihre faulen Kredite nicht zurück. Sie werden künstlich am Leben erhalten aber schwächen so das Wirtschaftswachstum in Italien. Die Wettbewerbsfähigkeit in der Euro-Zone ist auseinandergedriftet und Italien ist nun weniger wettbewerbsfähig, als vor der Finanzkrise 2008.

Das macht sich vor allem an den niedrigen Löhnen und den mangelnden Investitionen bemerkbar. Daher gibt es auch kaum Hoffnung, auf ein größeres Wirtschaftswachstum. Die Lage in Italien hat sich in jeder Hinsicht verschlechtert. Daran änderte auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank nichts. Denn durch ihre Politik des billigen Geldes und der Anleihekäufe hat die EZB die Illusion einer Erholung geschaffen. Entstanden ist aber eine gefährliche Blase, die bald platzen könnte. Die Parteien der neuen italienischen Regierungen hatten schon angedeutet, Schuldenerlasse zu fordern.

Wird Italien jetzt das Ende des Euro und damit der EU besiegeln?

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