Italienisches Bankensystem wankt erneut – Auftakt zum Euro-Crash?

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Die EZB hat der italienischen Bank Monte dei Paschi am Montag ein Schreiben geschickt, das für höchste Unruhe bei den Aktionären des Geldinstituts gesorgt hat. In dem Schreiben warnte die EZB Monte dei Paschi vor „großen Herausforderungen“, die der Bank am Kapitalmarkt bevorstehen könnten. Der Vorwurf lautete, die Bank hätte es seit dem vergangenen Sommer nicht geschafft, eine nachrangige Anleihe herauszubringen. Also festverzinsliche Wertpapiere, die im Falle der Liquidation oder einer Insolvenz erst nach den vorrangigen Forderungen bedient werden. Zudem lägen die Kennzahlen für Profitabilität und Kapitalpuffer unter den Planzahlen, bemängelte die EZB. Die Bank musste bereits 2017 vom Staat gerettet werden.

Das Schreiben der EZB sorgte dafür, dass Anleger ihre Aktien von Monte dei Paschi im großen Stil auf den Markt warfen. Dies sorgte für eine Kurssturz von 8,9 Prozent an der Mailänder Börse. Die Aktie wurde zeitweise vom Handel ausgesetzt. Ein Analyst einer anderen italienischen Bank bezeichnete die Nachricht der EZB als „überraschend“ und stufte sein Rating für dei Paschi Aktien von „Buy“ auf „Neutral“ zurück.

Mit der Monte dei Paschi kommt nach der Banca Carige die zweite italienische Bank innerhalb einer Woche in Negativ-Schlagzeilen. Sind das die Vorboten einer größeren italienischen Bankenkrise, die gar in eine neue Krise oder den Crash des Euro mündet? Grund für die erneute Schieflage der italienischen Traditionsbank sind Unmengen von faulen Krediten. Insidern zufolge prüft Monte dei Paschi jetzt die Herausgabe einer Anleihe. Die Bank will das Interesse von Investoren an einem besicherten Bond wecken, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters.

Banken bleiben das große Thema in Italien und in der EU. Italiens Geldhäuser haben in den vergangenen Jahren faule Kredite in Höhe von rund 200 Milliarden Euro angehäuft. Je mehr faule Kredite sich in den Bank-Bilanzen befinden, desto schwieriger wird es, neue Kredite auszugeben um damit die Konjunktur in Schwung zu halten.

Vergangene Woche gab die italienische Regierung, entgegen ihres bisherigen politischen Kurses, ein Dekret heraus, wonach der italienische Staat Garantien für neue Anleihen der Krisenbank Carige übernimmt. Die Bank steht unter „Zwangsverwaltung“ der EZB und hat Kredite von knapp vier Milliarden Euro, die sie vermutlich nicht mehr zurückzahlen kann.

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