Kampf um Venezuela – Russland greift ein und warnt die USA

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Unbenanntes Design(642)

Ist die Zeit der folgenlosen militärischen Interventionen und Putschversuche durch die USA vorbei? Es scheint so, denn Russland meldet seine wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen nicht nur an, sondern verteidigt diese inzwischen auch. Spätestens seit dem Syrien-Konflikt wissen wir, dass Russland zu einem neuen Selbstbewusstsein gefunden hat. Die USA wissen, dass Russland militärisch nicht zu unterschätzen ist. Obwohl Präsident Putin angesichts der zahlreichen Provokationen des Westens eine sehr besonnene Politik an den Tag gelegt hat und sich sehr defensiv verhält, lässt Putin sich seine Interessensgebiete nicht mehr einfach so abjagen.

Präsident Maduro hat angesichts des Putschversuches durch die USA Russland um Hilfe gebeten. Russland kam Venezuela sowohl monetär als auch wirtschaftlich zur Hilfe. Watergate.tv berichtete mehrfach. Vergangene Woche hat Russland jetzt seine Warnungen an die USA bekräftigt: Moskau werde keine amerikanische Militärintervention dulden, um die venezolanische Regierung zu stürzen.

Verhandlungen um Venezuela in Rom

Bei einem Diplomaten-Treffen in Rom verhandelten die USA und Russland über Venezuela. Die USA haben als Sonderbeauftragten Elliott Abrams zu den Verhandlungen geschickt. Abrams ist kein gewöhnlicher Diplomat. Er ist ein Regime-Change-Spezialist mit einer ganzen Liste von Unterstützungen terroristischer Operationen, insbesondere bei der berüchtigten Iran-Contra-Affäre zur Destabilisierung Nicaraguas in den 1980er Jahren. Seine Ernennung zum Sonderbeauftragten für die Verhandlungen um Venezuela zeigen die ernsthafte Absicht Washingtons, den Regimewechsel in Caracas herbeizuführen. Ob die USA erfolgreich sein werden, steht auf einem anderen Tablett.

Der Sturzversuch in Venezuela ist ins Stocken geraten, die landesweiten Stromausfälle schlugen fehl – die erwartete Revolte der Bevölkerung oder des Militärs gegen Präsident Maduro blieb aus. Die nächste Option für die USA dürfte – natürlich unter einem Vorwand – die militärische Intervention sein. Dass die USA jüngst ihren letzten verbliebenen Diplomaten aus dem lateinamerikanischen Land evakuiert haben, dürfte nicht bedeutungslos sein.

Russland: Rote Linie nicht überschreiten

US-Außenminister Mike Pompeo kommentierte die Evakuierung mit den Worten, dass die Anwesenheit von US-Personal vor Ort den „Handlungsspielraum Washingtons einschränke“. Zudem wurden alle Flüge von American Airlines nach Venezuela eingestellt. Auch diese Aktion deutet daraufhin, dass die USA eine militärische Intervention in Betracht ziehen – entweder direkt mit ihren Truppen oder verdeckt durch die Bewaffnung lokaler Stellvertreter. Letzteres fällt sicherlich in die Zuständigkeit von Abrams. Russlands Botschafter Ryakov sagte nach dem Treffen in Rom: „Wir gehen davon aus, dass Washington unsere Prioritäten und unsere Warnungen ernst nimmt“.

Dass Russland seine Warnungen ernst meint, wurde heute sehr deutlich. Denn Russland hat seinen Generaloberst Wassili Tonkoschkurow, den Chef des Hauptstabes der Bodentruppen, nach Venezuela entsandt. Mit Tonkoschkurow kamen zudem rund 100 russische Soldaten, die in zwei Militärflugzeugen rund 35 Tonnen Hilfsgüter in das von Armut gebeutelte Land gebracht haben. Venezuelas Präsident Maduro hatte vergangene Woche angekündigt, dass Russland Medikamente und weitere Hilfsgüter nach Venezuela schicken würde. Bereits im Dezember hatte Russland zwei atomwaffenfähige Langstreckenbomber nach Venezuela entsandt, was auf starke Kritik bei US-freundlichen Staaten stieß.

Russlands neues Selbstverständnis bremst die USA ein

Nach Syrien erhält jetzt die Arroganz Washingtons eine weitere Lektion aus Russland – dieses Mal in ihrem vermeintlich eigenen „Hinterhof“ Südamerikas. Sicherlich sind die Interessen Russlands an Venezuela nicht nur selbstlos und philanthropisch motiviert. Venezuela ist für Russland kein uninteressanter Handelspartner und auch Russland hat geopolitische Interessen. Doch da Russland selbst genug Öl besitzt, dürfte ein Teil der russischen Motivation, Venezuela zu helfen, darin liegen, die US-Imperialisten an die Einhaltung des Völkerrechts sowie die Achtung der nationalen Souveränität zu erinnern – so wie es Moskau bereits in Syrien getan hat.

Moskau hat unmissverständlich gewarnt, dass jegliche militärische Intervention die Übertretung einer roten Linie bedeute. In Syrien hat Präsident Trump Vernunft zeigen müssen – wohl oder übel. Die USA werden zunächst sicherlich auf anderen Wegen versuchen, ihr Ziel zu erreichen. Wir werden erleben, wie der Machtpoker um Venezuela ausgehen wird – als Zeugen eines geschichtlichen Ereignisses.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

2 Kommentare zu "Kampf um Venezuela – Russland greift ein und warnt die USA"

  1. Die grenzenlose Geduld von Putin könnte sich zu seinem Nachteil erweisen, denn die USA liefern in großem Stil jetzt Waffen nach Moldawien und Ukraine und ziehen praktisch einen Feuerring um Russland. Ich denke, die Lunte brennt bereits und der WK3 ist nur noch eine Frage von Tagen,leider. Und leider in Europa und nicht bei dem Verursacher!

  2. Die USA kämpfen nur gegen schwächere Nationen / Gegner! Sie haben nur Respekt vor militärischer Stärke und verachten alles Schwache. Putiin und Xi Ping haben das schon seit langem erkannt und bauen ihre Verteidigung aus. Auch wirtschaftliche Riesen wie Japan und Deutschland nötigen Ihnen keinerlei Respekt ab. Das musste sich schon der damalige Innenminister Zimmermann im Whitehouse sagen lassen auf dessen Vorwurf, dass man keine Freunde abhören sollte: „Amerika, (gemeint ist hier die USA) hat keine Freunde, sondern nur Interessen!“
    Daraufhin zog Herr Zimmermann aus Deutschland wie ein begossener Pudel wieder von dannen!
    Die USA haben seit 1771 ununterbrochen Kriege geführt und sie waren praktisch immer die Angreifer. Sicherheitshalber wurde vorher immer ein Vorwand durch profokationen geschaffen um sich später als Verteidiger von irgendwas zu rechtfertigen! Kein US-Soldat darf von der Weltgemeinschaft angeklagt werden. Um das zu vermeiden wird bereits prophylaktisch mit schweren Konsequenzen gedroht. Die USA bitten niemals, so drohen immer. Ob Freund oder Feind, das ist völlig egal! Dabei heißt es: „wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“! So haben die USA nur Mitläufer die eigentlich Gegner sind. Bedrohte “Freunde“ sind in Wirklichkeit immer Gegner.

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*