+++ Kinderarmut steigt in Deutschland: Jetzt müssen Kitas helfen +++

Kinderarmut

Eine neue Studie in Kitas hat jetzt Aufschluss darüber gegeben, wieviel arme Kinder es tatsächlich gibt, berichtet n-tv. Die Leiter von Kindertagesstätten wurden in einer repräsentativen Umfrage darüber befragt, wie hoch der Anteil von Kindern aus armen Familien ist (vgl. dazu http://bit.ly/2Iemskq). Die Umfrage ergab, dass der Anteil armer Kinder in Kitas stetig steigt. Die Armut steigt, sagen Kita-Leiterinnen und immer mehr Kitas müssen die Kleinen mit Essen versorgen, weil sie von zuhause nichts mitbringen.

Kitas veranstalteten zudem immer häufiger Flohmärkte, auf denen Familien günstig Kleidung für ihre Kinder kaufen könnten. Zudem würden immer mehr „Mitnahmeschränke“ organisiert, beispielsweise für aussortierte Bücher oder Spielsachen, die kostenlos von armen Kindern mitgenommen werden können.

Die Kita-Leiterinnen bemängelten die fehlende Wertschätzung ihrer Arbeit durch die Politiker. Nur 4% der Befragten hätten den Eindruck, dass ihre Erziehungsarbeit und Unterstützung der armen Kinder registriert und honoriert werde. Die Politik habe zwar viele Versprechen abgegeben, doch die benötigte Hilfe, besonders bei der frühkindlichen Erziehung, bleibe aus.

Zudem fühlten sich die zumeist weiblichen Erzieherinnen oftmals als „Spiel- und Basteltanten“ abgestempelt. Bildung sei aber Mittelpunkt der Kitas – das spiegle sich in der Gesellschaft nicht wider. Viele Kita-Erzieherinnen fühlen sich zudem als schlichte Betreuerinnen abgewertet. Jetzt haben sie auch noch mit der steigenden Kinderarmut zu kämpfen und müssten sehen, wie die Kinder kostenlos Essen, Kleidung und Spielsachen erhielten.

Neben der fehlenden Hilfe der Politik droht auch in der Erziehungsbranche ein Personalproblem. Bis 2025 sollen laut Schätzungen 300.000 Fachkräfte fehlen. Die derzeit bundesweit angestellten Erzieher und Erzieherinnen würden schon jetzt das optimale Verhältnis zwischen Anzahl Erzieher und Kinder in Kitas nicht erfüllen. Dabei seien die regionalen Unterschiede besonders auffallend. In Bayern und Hessen gebe es nahezu ausreichend Erzieher während in Thüringen oder Sachsen-Anhalt großer Mangel herrsche.

Die Debatte um die steigende Armut in Deutschland ist durch den Essener Tafel Skandal neu entbrannt. Das Beispiel der Essener und vieler anderer Tafeln zeigt jedoch nur die Spitze des Eisberges, die eine Folge von Schröders Agenda 2010 und Merkels Arbeitsmarkt-, Sozial- und Flüchtlingspolitik ist. Menschen, wie freiwillige Helfer von Tafeln oder Erzieherinnen, sind diejenigen, die ganz am Ende der Kette da helfen, wo die Politik versagt hat. Es ist gut und richtig, dass der Essener Tafelchef mit seiner Aktion auf die Zustände aufmerksam gemacht hat.

Watergate Redaktion 8.3.2018

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