Kroatien von Migranten gestürmt – Österreich muss jetzt Balkanroute verteidigen

Balkanroute

Nach Schätzungen sollen sich derzeit rund 80.000 Migranten auf den Weg nach Europa befinden. Über die neue Balkan-Route. Sicher ist, dass die meisten nach Deutschland wollen. Österreich und die Visegrád-Staaten hatten sich am vergangenen Donnerstag darauf verständigt, neue Routen über den Balkan „dicht zu machen“.

Jetzt wird sich zeigen, ob Österreich wie angekündigt den neuen Ansturm mit Militär abwehren kann. Denn an der Grenze zwischen Bosnien, Herzegowina und Kroatien haben diese Woche hunderte illegale Migranten versucht, einen von kroatischen Polizisten mit Wasser gefüllten Kanal zu durchbrechen, um weiterzureisen.

Dabei sollen sich die zumeist jungen Männer mit Knüppeln bewaffnet haben, um gegen die kroatische Polizei durchzukommen. Sie begannen, eine selbstgebaute Brücke zu überqueren und versuchten, die Polizisten zurückzudrängen. Sie sollen „No Croatia, Germany“ gerufen haben.

Durch die Absprache zwischen Österreich und den Visegrád-Staaten soll ein erneuter Zustrom von illegalen Migranten wie 2015 verhindert werden. Damals konnten mehr als eine Million Migranten aus Nordafrika und dem Nahen Osten nach Europa gelangen. Sicherheits- und Polizeibeamte aus der Balkan-Region trafen sich am Donnerstag, um darüber zu diskutieren, wie man auf den erneuten Ansturm auf einer neuen Route von Griechenland über Albanien, Montenegro, Bosnien und Kroatien nach Westeuropa reagieren solle.

Österreich will sich auf den neuen Ansturm mit etwa 1.000 weiteren Einsatzkräften aus Polizei und Militär wappnen. Am Montag soll eine entsprechende Übung zeigen, dass Österreich seine Grenze gegen eine neue Migrantenwelle verteidigen kann. Zwar gebe es keinen Grund „alarmistisch“ zu sein, sagte Bundeskanzler Kurz. Doch Zustände wie 2015 und 2016 dürften sich nicht wiederholen.

Im Sommer 2015 haben 150.000 Migranten in Österreich um Asyl ersucht. Dies ist gemessen an der Einwohnerzahl Österreichs die höchste Quote pro Kopf. Bereits im Frühjahr registrierte man in Österreich, dass wieder mehr Menschen in Griechenland ankommen, die dann versuchen über Albanien, Montenegro, Kroatien und Slowenien nach Westeuropa zu reisen.

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