Mit Glyphosat verzockt? Bayer will 12.000 Stellen abbauen

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Bayer

Auch wenn der deutsche Pharmakonzern Bayer es noch leugnet: Mit der Übernahme des umstrittenen Agrochemiekonzerns Monsanto hat sich Bayer verspekuliert. Jetzt will Bayer weltweit 12.000 Stellen streichen. Das entspricht jedem zehnten Arbeitsplatz. Die Beschäftigten müssen damit den Preis für die Monsanto-Übernahme zahlen. Bis 2021 sollen die Arbeitsplätze abgebaut sein. Am stärksten wird es den deutschen Standort treffen. Dort soll ein „signifikanter Teil“ des Arbeitsplatzabbaus erfolgen, teilte Bayer am Donnerstag mit.

Mit der Übernahme von Monsanto hat sich Bayer wohl gründlich verkalkuliert. Auch an der Börse hat Bayer kräftig verloren, schon rund 40 Milliarden Euro. Der Kurs wurde binnen eines Jahres fast halbiert. Jetzt müssen die Angestellten dran glauben, damit die Ergebnisse besser werden und die Kurse wieder steigen. Bayer will auch den Bereich Tiermedizin und das Unternehmen Currenta verkaufen sowie einige rezeptfreie Arzneimittel abgeben. Konzernchef Werner Baumann war zunehmend unter Druck geraten und muss nun ein umfassendes Sparmaßnahmenpaket umsetzen.

Nach eigenen Angaben sollen durch die Maßnahmen Mittel frei werden, die der Konzern in den kommenden Jahren investieren will, um „Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit“ zu steigern. Bayer-Chef Baumann dementierte bislang, dass die geplanten Einschnitte keine Reaktionen auf die Übernahme von Monsanto und auf die Glyphosat-Klagen in den USA seien: „Die heute beschlossenen Maßnahmen gehen weit über die Ziele hinaus, die wir uns im Rahmen der Integration gesetzt haben. Sie sind der richtige Schritt für unser Unternehmen. Damit sind wir als führendes Life-Science-Unternehmen über alle unsere Kerngeschäfte hinweg bestmöglich für die Zukunft aufgestellt“.

Die Aussagen von Baumann sind zu bezweifeln. Denn die Glyphosat-Klagen in den USA dürften den Konzern finanziell erheblich belasten. Einem Kläger waren von einem US-Gericht in Kalifornien 78 Millionen US-Dollar Entschädigung zugesprochen worden. Der Krebspatient hatte gegen Monsanto geklagt, weil der Agrochemie-Konzern, der das Pestizid Roundup herstellt, die Krebsrisiken des Inhaltstoffs Glyphosat verschleierte. Bayer (Monsanto) ist in den USA jetzt mit rund 8700 Klagen konfrontiert. Der Prozess in Kalifornien war der erste, der sich mit der Frage befasste, ob Glyphosat krebserregend ist. Das Urteil ist insofern brisant, da es sich um das erste Urteil handelt, das richtungsweisend für die zahlreichen weiteren Klagen sein könnte.

Zusammengefasst heißt es dazu etwa bei RT Deutsch: “

Bayer hatte Monsanto im Juni 2018 für 56 Milliarden Euro übernommen. Das Unternehmen, das sich für den Kauf hoch verschulden musste, versprach sich von der Übernahme Synergien von jährlich 1,3 Milliarden Euro. Stattdessen dürfte es nun zu Kosten in Milliardenhöhe kommen. Bayer hat für die Belastungen durch die Glyphosat-Klagen keine Rücklagen gebildet. Auch das Pharmageschäft läuft nicht gut. Es gibt nur wenige vielversprechende Neuentwicklungen.“

 

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