Nach Kündigung des INF-Vertrags: USA testen neue Raketen

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Wettrüsten

Nach der Kündigung des INF-Abrüstungsvertrags mit Russland haben die USA angekündigt, Tests mit Raketen durchzuführen, die laut INF-Vertrag allerdings seit mehr als 30 Jahren verboten sind. Dies meldete die AP-Nachrichtenagentur unter Berufung auf Aussagen von Beamten des US-Verteidigungsministeriums. Demnach könnten die Tests im August stattfinden, wenn der INF-Vertrag mit Russland ausgelaufen ist. Der Verdacht liegt daher nahe, dass der INF-Vertrag gekündigt wurde, um ein neues Wettrüsten vorzubereiten.

Wie das Pentagon mitteilte, wird derzeit die Herstellung neuer, tieffliegender Marschflugkörper mit einer Reichweite von etwa 1.000 Kilometern geplant sowie die Herstellung einer ballistischen Rakete mit einer Reichweite von 3.000 bis 4.000 Kilometern. Laut Pentagon-Quellen sollen die neuen Raketensysteme aber nicht mit Nuklearwaffen bestückt werden, obwohl es nach dem Ende des INF-Vertrags keine Verbindlichkeiten mehr gibt, an die sich die US-Waffenentwickler halten müssen.

Die NATO analysiert derzeit mögliche Folgen der Kündigung des INF-Vertrags und erwägt gegebenenfalls Gegenmaßnahmen. Bislang haben die USA noch nicht mit ihren Verbündeten in Europa und Asien über die Stationierung dieser neuen Raketen gesprochen. Die USA behaupten nach wie vor, dass Russland mit der Entwicklung einer neuen Rakete vertragsbrüchig geworden sei.

Indes wird die russische Kritik am massiven Ausbau des US-Raketenarsenals in Osteuropa nicht gehört. Die Kritik Russlands bezieht sich auf die amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörper, die eine Reichweite zwischen 500 und 5.000 Kilometer haben. Diese sind in Rumänien und Polen stationiert.

Der INF-Vertrag war ein Meilenstein in der Rüstungskontrolle der letzten Jahre des Kalten Krieges. Vor wenigen Jahren aber begann Washington Russland des Vertragsbruchs zu bezichtigen. Russland leugnet die Verletzung und behauptet wiederum, die Anschuldigungen der USA seien ein Trick, um den Vertrag zu zerstören.

Die Entwicklung der neuen US-Marschflugkörper erinnert an eine Nuklearwaffe der USA, die in den 1980er Jahren in Großbritannien und mehreren anderen europäischen NATO-Ländern eingesetzt wurde sowie an Pershing Bodenraketen, die als Reaktion auf den Aufbau sowjetischer SS-20-Raketen stationiert wurden. Mit der Unterzeichnung des INF-Rüstungsabkommens zwischen US-Präsident Reagan und Russlands Präsident Michail Gorbatschow 1987 wurden diese Raketen abgebaut und zerstört.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

1 Kommentar zu "Nach Kündigung des INF-Vertrags: USA testen neue Raketen"

  1. Wie schön. Die Menschen werden diese Waffen mal dringend benötigen und auch einsetzen zur Glückseligmachung der Welt.

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*