+++ Neonicotinoide verbieten: Druck auf EU-Kommission wächst +++

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Neonicotinoide

Bereits Mitte März wollten die EU-Mitgliedstaaten über ein Verbot der Insektizide Neonicotinoide abstimmen. Doch bislang wurde das Thema lediglich auf EU-Ebene besprochen. Die Abstimmung der EU-Mitgliedstaaten über ein Freiland-Verbot der Insektizide wurde auf Ende Mai verschoben. Erwiesenermaßen schädigen und töten Neonicotinoide Bienen und andere Insekten. Ende Februar kam endlich die offizielle Bestätigung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa, dass Neonicotinoide eine Gefahr für Wild- und Honigbienen darstellen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) gab bereits eine entsprechende Regierungserklärung ab, in der sie sich der Aussage der Efsa anschloss. Sie sagte: „Was für Bienen schädlich ist, muss weg vom Markt, sonst ist bald alles andere weg vom Markt“. EU-Parlamentarier hatten die Europäische Kommission aufgerufen, die Mitgliedstaaten bei dem Vorschlag zum Verbot von Neonicotinoiden zu unterstützen. Das Ziel müsse es sein, weitere Verzögerungen zu vermeiden, die schädlich für Insekten und Umwelt wären.

Die EU-Abgeordneten sendeten ein Schreiben an Kommissionspräsident Jean-Claude-Juncker und Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. In dem Schreiben forderten sie die Kommission auf, bei der nächsten Sitzung eine weitere Verzögerung des Verbots von Neonicotinoiden zu vermeiden. „Verzögerungen bei der Entscheidung werden dazu führen, dass Bienen und andere Bestäuber ständig Toxinen ausgesetzt sind, die für sie tödlich sind. Das wird schwerwiegenden Folgen für die Nahrungsmittelproduktion, insbesondere für Honig, haben,“ warnten die Abgeordneten.

Zudem solle die Kommission „ihr Möglichstes tun“, um die erforderliche qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten für ein Verbot zu gewinnen. Bereits im vergangenen Dezember sollte eine Abstimmung darüber stattfinden. Jedoch wollte die Kommission zuerst den Bericht der Efsa einsehen. Bislang sprachen sich Großbritannien, Irland, Kroatien, Slowenien, Luxemburg und Malta öffentlich für ein Verbot der Pestizide aus. Die am häufigsten angewendeten Neonicotinoide werden von den Pharmakonzernen Bayer und Syngenta hergestellt.

Für die Landwirtschaft sind die Insektizide eine feine Sache. Die Wirkstoffe verteilen sich in der ganzen Pflanze. Insekten, die daran fressen, überleben dies meist nicht lange. Die Massenvermehrung auf den Äckern wird dadurch gestoppt, die Ernte gerettet. Doch genau diese durchschlagende Wirkung ist das Problem. Die Mittel sind „zu effizient“. Sie töten nicht nur sogenannte „Ackerschädlinge“, sondern bringen auch Bienen, Hummeln, Ameisen sowie anderen Bestäubern den schnellen Tod. Die Insektizide reichern sich zudem im Boden an, wo sie jahrelang verbleiben und auch noch nach Jahren Schäden verursachen.

Das Problem ist, Insekten als Schädlinge anzusehen. Insekten werden genauso gebraucht wie Honigbienen. Sie dienen als Bestäuber und Nahrung für Vögel und andere Tiere. Das Verschwinden der Insekten wird schlussendlich auch den Menschen schädigen. Doch das geforderte Verbot der Neonicotinoide kann nur ein erster Schritt sein. Denn das Verschwinden dieser Tiere kann nicht nur auf dieses Gift zurückgeführt werden. Im Fokus steht auch Glyphosat. Ein Pestizid, das fast alle Pflanzen tötet. Es verwandelt vielfältige Äcker und Wiesen in Agrarsteppen, auf denen Tiere und Insekten verhungern.

Hier spricht Agrarministerin Klöckner bislang nur von Minimierungs-Strategien, anstatt ein schnelles Verbot zu fordern. Denn letztendlich ist nicht kontrollierbar, inwieweit Glyphosat tatsächlich in seiner Verwendung reduziert werden würde. Zudem könnte dies dazu führen, dass der weiteren großflächigen Verwendung von Glyphosat zu viele Hintertüren geöffnet werden. Fest steht: Auch Glyphosat sowie alle anderen Insektizide und Pestizide müssen verboten werden. Es gibt genügend biologische Alternativen, um Schädlinge oder unerwünschte Unkräuter von Äckern fernzuhalten.

Watergate Redaktion 23.4.2018

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Kommentar hinterlassen zu "+++ Neonicotinoide verbieten: Druck auf EU-Kommission wächst +++"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*