Mit Martin Schulz kommt „Brüssel first!“

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

von Norbert Bartl

Dieser Artikel erschien zuerst in „Vermögensschutz aktuell“

Mehr Macht, mehr Beamte, mehr Geld für Brüssel! Nieder mit den Nationalstaaten – und die klatschen auch nicht begeistert Beifall dazu und übertragen eine Kernkompetenz nach an anderen an das demokratiefeindliche Bürokratiemonster und schaffen sich mit Freude selber ab.

Wenn Sie mal ein paar Jahre zurückdenken, wer war da Ihrer Meinung nach eine der Schlüsselfiguren in diesem Machtkampf Brüssels gegen seine Mitgliedstaaten? Na was meinen Sie? Fällt Ihnen da jemand ein?

Jawohl, genau der! Und jetzt will er, weil seine Amtszeit ausgelaufen und die Wiederwahl fraglich ist, deutscher Bundeskanzler werden. Es muss natürlich nicht wahr sein, aber wie es heißt, liegt er in manchen Umfragen vorne. Ist dieses Land – und seine Wähler – eigentlich noch zu retten?

Wie heißt es so schön?

Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber!

Der Schlächter der europäischen Nationalstaaten: Auf keinen trifft dieses Bild besser zu, als auf Martin Schulz. Da muss die Frage erlaubt sein, die ihm meines Wissens noch kein Journalist gestellt hat, und kein Teilnehmer dieser unsinnigen Talkshows, zu denen er so gern eingeladen wird:

Was hat Schulz eigentlich vor, wenn er Kanzler würde? Will er vielleicht, sozusagen von der anderen Seite her, vollenden, was er aus Brüssel nicht ganz geschafft hat?

Gibt es da nicht einen ganz gewaltigen Interessenkonflikt? Ist er vielleicht sowas wie ein Maulwurf des Gegners Brüssel? Ich denke, das sollte ihn mal einer fragen. Vielleicht tut’s mal ein Kabarettist; die machen ja inzwischen die Arbeit der Journalisten.

Dieser Schulz – wer ist das eigentlich? Bei den Erklärungsversuchen von Presse und Fernsehen taucht meistens eine gemeinsame Erkenntnis auf: sein eiserner Wille, wenn er sich mal was in den Kopf gesetzt hat.

Natürlich kann diese Übereinstimmung in diversen Schulz-Analysen auch daher kommen, weil Journalisten gern voneinander abschreiben. Aber so abwegig ist das mit dem Dickkopf nicht.

Schulz hat, um es mal vornehm zu sagen, nicht die übliche Karriere eines Berufspolitikers hinter sich. Er kommt aus Hehlrath, heute Eschweiler. Der Vater Polizist und vier ältere Geschwister, da lernt einer, sich durchzusetzen. Katholische Knabenschule und katholisches Gymnasium, aber sein Gott war Wolfgang Overath, und seine Bibel der Kicker (sagt Wikipedia). Zweimal sitzen geblieben, Schulabbrecher mit Mittlerer Reife. Ein Jahr arbeitslos, Lehre als Buchhändler.

Fußballer wollte er werden, aber einen Nationalspieler und womöglich Weltmeister Schulz verhinderten Knie und Kreuzband. Bei der Bundeswehr ausgemustert, mit 20 Alkoholiker. Diese Sucht habe er fünf Jahre später alleine besiegt, sagt er; der eiserne Wille eben, wenn’s denn stimmt.

Sowas verdient hohe Anerkennung – und das meine ich ohne jede Ironie – denn jeder andere an seiner Stelle wäre im besten Fall Präsident seiner Ortsgruppe der Anonymen Alkoholiker geworden. Seit 1980 trinkt er, wie er sagt, keinen Tropfen Alkohol.

Mit 19 trat er der SPD bei. Mit 29 Stadtrat von Würselen, mit 31 Bürgermeister. 1994 begann die Karriere in Europa – wo er für alles eintrat, von TTIP bis Eurobonds, was von einem folgsamen EU-Abgeordneten erwartet wird und für das Leben der Menschen in Europa noch nichts Gutes bedeuten muss. Aber, das vergessen wir leider oft, darum geht es ja auch gar nicht bei der Arbeit in der hohen Politik.

Aus seiner Zeit als Bürgermeister wisse Schulz, wo den normalen Bürger den Schuh drückt, sagte ein Kollege über ihn. Sollte das wahr sein, dann kann er es gut verheimlichen. Oder es ist ihm egal.

Bei Anne Will sagte er mal, das Trump-Phänomen sei kein amerikanisches allein, das erlebten wir auch in Europa. Es gebe ein tiefsitzendes Unbehagen bei den Menschen, die sich gefährdet fühlen und die das Gefühl hätten, ihr Schicksal interessiere die da oben überhaupt nicht.

Da hat er Recht.

Das hat er sehr gut erkannt. Leider hat er aber vergessen, ein ziemlich wichtiges Detail zu erwähnen: Dass er selbst eine dieser schwer erträglichen Figuren ist, die dieses Unbehagen auslösen, das immer mehr Menschen befällt – und Kandidaten wie Trump, Le Pen, Wilders und wer weiß, vielleicht auch Frauke Petry nach oben spült.

Deren Erfolg geht auf das Konto von Schulz und Komplizen – und auf das seines Monsters Brüssel natürlich, das er immer mächtiger machen will, und das sich immer mehr und keineswegs positiv ins Leben aller Europäer einmischt, jeden Tag neue, unnötige Vorschriften erfindet und wie selbstverständlich Dinge reguliert, aus denen sich Politik und Beamte in einem korrekten Land einfach heraushalten würden.

Oder ist das doch alles ganz anders? Ich meine, wenn deutsche Wähler Martin Schulz die Schuld an diesem Unbehagen geben würden, dann würden sie ihn doch nicht wählen, oder? Dann läge er doch in den Umfragen nicht vor Merkel, oder?

Dafür kann es zwei Erklärungen geben:

– Entweder ist das mit dem Vorsprung gar nicht wahr, sondern eine Fake News der Mainstream-Medien, weil jemand an höherer Stelle beschlossen hat, Merkel muss weg.

– Oder es stimmt. Dann wäre der Hass auf Merkel noch viel größer, als selbst ich mir das vorstellen kann.

lhr
Norbert Bartl

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "Mit Martin Schulz kommt „Brüssel first!“"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*