Pflege soll weiter privatisiert werden – Auf Kosten der Alten und Pfleger

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In Deutschland herrscht Pflegenotstand. Immer mehr alte Menschen kommen ins Pflegeheim und es gibt nicht genügend ausgebildetes Personal, um die Versorgung der Pflegebedürftigen zu gewährleisten. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat jetzt errechnet, dass bis 175.000 zusätzliche Pflegekräfte bis 2035 gebraucht werden. Alleine zwischen 1999 und 2015 sei die Zahl der Pflegebedürftigen von zwei auf mehr als drei Millionen gestiegen, meint IW-Direktor Michael Hüther.

Doch nur eine knappe halbe Million Beschäftigte arbeiten im Pflegebereich, davon 244.000 Altenpfleger und 228.700 Altenpflegehelfer. Im vergangenen Jahr gab es über 22.000 offene Stellen im Pflegebereich. Zwar steigen die Zahlen der Pflegeausbildungen, doch diese reichen nicht aus, um die steigende Zahl der Pflegebedürftigen zu kompensieren. Dieser schon jetzt bestehende Personalengpass werde sich bis zum Jahr 2035 noch vergrößern, so Hüther.

Hüther fordert deshalb eine Deregulierung im Pflegebereich, denn alle politischen Bemühungen würden stecken bleiben und es gebe so gut wie keine Ergebnisse. Pflegeeinrichtungen sollen „gewinnorientiert wirtschaften“, fordert Hüther. Die Regulierung durch die Politik verhindere, dass mehr in den Bereich der Digitalisierung investiert werde. Zudem seien Altenpfleger finanziell deutlich schlechter gestellt, als Gesundheits- und Krankenpfleger.

Zwar hat die Bundesregierung, namentlich Jens Spahn, das sogenannte Pflegestärkungsgesetz auf den Weg gebracht. Doch die Reformvorhaben des Gesundheitsministers reichen bei weitem nicht aus. Hüther bringt daher auch die Möglichkeit einer Pflegevollversicherung ins Spiel und spricht von einem „kapitalgedeckten System“. Das Wirtschaftsinstitut unter der Direktion von Michael Hüther gilt als arbeitgebernah. Wenig verwunderlich sind da die neoliberalen Ansätze, die der Direktor hervorbringt.

Eine Deregulierung hätte zur Folge, dass immer mehr Alten- und Pflegeheime von privaten Großinvestoren aufgekauft werden. Diese suchen nach lukrativen Anlagemöglichkeiten und kaufen Heime als Profitquelle für ihre Anleger, um sie dann nach wenigen Jahren wieder mit hoher Gewinnspanne zu verkaufen. Private Pflegeheimbetreiber können Renditen von bis zu 8,3% herausholen.

Die Bundesregierung nimmt also bewusst in Kauf, dass die Grundbedürfnisse von alten und kranken Menschen den Kapitalinteressen von privaten Großinvestoren und Spekulanten geopfert werden. Jens Spahn behauptete, er wolle dafür sorgen, dass die Löhne der in der Pflegebranche beschäftigten steigen werden. Die Versprechen sind aber schwammig und treffen für private Einrichtungen kaum zu, da es dort keine Tarifverträge gibt. Die Rechte der Arbeitnehmer werden ausgehebelt.

Spahn will zudem ungelernte Kräfte einsetzen, um die Pflege für eine Betreuungsdienste zu öffnen. Die Einführung von nicht ausgebildeten Kräften wird jedoch die Lage des ausgebildeten Personals in Kliniken und Pflegeheimen nochmals verschärfen, weil die Löhne so weiter gedrückt werden.

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4 Kommentare zu "Pflege soll weiter privatisiert werden – Auf Kosten der Alten und Pfleger"

  1. Das Pflegestärkungsgesetz ist zwar ein hübscher Name, aber zahlen soll das gefälligst der Bürger. Für was brauchen wir überhaupt so einen Lackaffen der uns alles als Erfolg verkaufen will der obendrein noch Bundeskanzler werden will? Ich bin von Idioten umgeben.

  2. Und hinterher war es keiner.

  3. Sandra Markowitsch | 18. Oktober 2018 um 11:01 | Antworten

    Spahn löst das Problem nicht! Wer hätte das gedacht? Aber er kassiert jede Menge Geld dafür, dass er das Problem nicht löst. Es ist politisch auch gar nicht gewollt, dass das Medizinische/Pflegeproblem geändert wird. Denn sie wollen afrikanische Verhältnisse im Gesundheitswesen für UNS (die nützlichen Idioten). Schließlich gibt es von uns eine unerschöpfliche Menge auf der Erde, da muss man nicht jeden Einzelnen teuer am Leben erhalten. Ab 11.12.2018 wird auch für Deutschland und Europa ein riesiges Kontingent an Humanressourcen zur Verfügung stehen. Da braucht man ein deutschen Gesundheitswesen nicht erst zu verstaatlichen.

  4. Herr Spahn soll doch mal nur ein Tag als kranker Alter in ein Pflegeheim gehen und die Zustände am eigenen Laib erfahren. Es wird schon ausreichen, wenn er mit einer windel,die mit 6 l Urin fasst,den ganzen Tag im Bett liegen muß oder mit dem Rollstuhl am Tisch „festklebt“.Menschenunwürdigt ist dieser Staat.

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