Rentenlücke: Jedem Zweiten fehlen 700 Euro im Monat

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Zwar ist die Erkenntnis, dass es beim Eintritt in die Rente zu einer Versorgungslücke kommen kann, nicht neu. Doch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun neue, besorgniserregende Zahlen veröffentlicht. Eine Studie des DIW bestätigt, dass jeder Zweite eine Rentenlücke von rund 700 Euro im Monat haben wird. Die Rentenlücke betrifft die jetzt 55- bis 64-jährigen Arbeitnehmer, die nicht genug Rente haben werden, auch wenn sie privat vorgesorgt haben.

58 Prozent der jetzt 55- 64-jährigen Arbeitnehmer werden davon betroffen sein. Gemäß der Studie der DIW werden vor allem Singles, Selbstständige ohne Mitarbeiter, Ungelernte und Frauen davon betroffen sein. Selbst wenn gesetzliche, betriebliche und private Renten vorliegen, wird die Versorgungslücke dennoch bei 650 Euro pro Monat liegen. Rentner mit Beamtenversorgung werden allerdings kaum von einer Rentenlücke betroffen sein. Nur 13 Prozent der Beamten sollen laut DIW potenziell von einer Versorgungslücke betroffen sein, da sie überdurchschnittlich hohe Pensionen bekommen.

Die durchschnittlich erreichte monatliche Rentenanwartschaft in Brutto liegt nur bei 1230 Euro. Zwei Drittel davon stammen von der gesetzlichen Rente. Wer dagegen noch Vermögen hat, bei dem sinkt die Bedrohung durch eine Rentenlücke. Würden alle Betroffenen bis zum gesetzlichen Rentenalter weiterarbeiten, würde sich der Anteil der von einer Versorgungslücke Bedrohten auf 50 Prozent reduzieren. Zwar können potenziell einige Kosten im Alter sinken, wie etwa Kosten für das tägliche Pendeln zur Arbeit oder Kreditbelastungen. Andererseits könnten Krankheits- oder Pflegekosten im Alter steigen. Deshalb macht sich die Rentenlücke in jedem Fall bemerkbar.

Angesichts der drohenden Rentenlücken fordern die Wissenschaftler des DIW, dass das System zur Alterssicherung umfassend reformiert werden muss. Das Rentenniveau müsse mehr in Relation zum Durchschnittslohn stehen. Als Orientierung für die Rentenreform könne das Österreichische Modell dienen. Österreich hat den Kreis der gesetzlich zu versicherten Personen deutlich ausgeweitet. Zudem setzt Österreich noch stärker auf die gesetzliche Rente zur Alterssicherung. Auch für private Vorsorge müssten stärkere Anreize gesetzt werden, indem beispielsweise staatliche Zuschüsse oder unrentable Rentenmodelle (z.B. Riesterrente) in kapitalgedeckte Modelle fließen.

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2 Kommentare zu "Rentenlücke: Jedem Zweiten fehlen 700 Euro im Monat"

  1. Diese Rentenlücke betrifft auch die, die in den letzten Jahren Rentner geworden sind. Und ich glaube nicht, dass es nur jeden zweiten betrifft. Wie soll man von einer durchschnittlichen Bruttorente von 1250 Euro denn weiter seine Miete bezahlen und dann noch etwas zu Essen zur Verfügung haben? Die Mieten sind überall explodiert. Und von 1250 brutto bleiben nach Abzug der Sozialbeiträge nicht einmal mehr 1000 Euro übrig. Wohnt man dann in einer für die heutige Zeit verhältnismäßig günstigen Wohnung, gehen davon nochmal ca. 800 Euro weg für Miete, Nebenkosten, Strom, Telefon, Internet. Dann bleiben einem ca. 200 Euro für den Lebensunterhalt – weniger als jeder Hartz IV-Empfänger bekommt. Und man hat dann nicht einmal das Recht, zur Tafel zu gehen. Bekommt jemand mehr als diese Durchschnittsrente, ist das auch kein Grund zur Freude, denn dann darf man seine Rente versteuern und hat dann im Endeffekt auch nicht mehr zur Vefügung. Darüber freut sich dann nur der Staat. Dafür wird aber die Kanzlerin mit jedem Tag vollgefressener und fetter………

    • Hurra, die Durchschnittsrente beträgt 1250 Euro! Sooo viel, das ist doch phantastisch.
      Ich dachte bisher nämlich, der Durchschnitt läge eher bei 1000 Euro.

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