+++ S21-Steuermilliarden-Grab „wird wie der BER nie in Betrieb gehen“ +++

Stuttgart21

„Stuttgart 21“ ist nicht nur zu einem Projekt geworden, in dem die Milliarden einfach so verschwinden. Schon lange ist der Zeitplan nicht mehr einzuhalten und sämtliche Kostenpläne wurden gesprengt. Für S21 waren ursprünglich einmal 6,5 Milliarden Euro vorgesehen. Jetzt rechnet man mit 7,6 Milliarden, die aber ebenfalls nicht reichen könnten. Der Bahnhof sollte 2021 eröffnet werden. Jüngste Berechnungen ergaben, dass der Bau erst 2024 fertig sein wird.

Der Maschinenbau-Ingenieur und Kritiker Hans-Joachim Keim bezweifelt, dass der Tiefbahnhof jemals in Betrieb gehen wird: „Der Tiefbahnhof wird keine Brandschutzgenehmigung erhalten. Das ist ein unlösbares Problem“. Keim hat sich das Brandschutzkonzept genau angesehen. Spätestens bei Brandübungen vor der Inbetriebnahme werde sich zeigen, dass eine „Entfluchtung der Fahrgäste nicht machbar ist“, meint Keim. Das bedeutet, dass Fahrgäste bei einem Brand nicht in Sicherheit gebracht werden können.

Der Maschinenbau-Ingenieur ist anerkannter Brandschutzexperte. Er war Gutachter bei der Tunnelkatastrophe von Kaprun, berichtet die „Südwest Presse“. Damals versuchte er gemeinsam mit den Hinterbliebene, das Verfahren gegen die Bergbahnbetreiber wieder aufnehmen zu lassen. Keim ist der Ansicht, dass der Stuttgarter Tiefbahnhof bei einem Brand zur gleichen Feuer- und Rauchfalle werde, wie der Kapruner Bergbahntunnel.

Andere Experten hingegen „sehen keine Hindernisse“. Der Stuttgart-21-Ausschuss des Gemeinderats Markus Heber erklärte: „Wir haben mehr gemacht, als wir rechtlich machen mussten“. Er hält das Brandschutzkonzept für „plausibel“. Die Branddirektion habe die Sicherheitspläne nicht einfach nur durchgewunken. Es habe Planänderungen aufgrund von Bedenken seitens der Branddirektion gegeben. Die Hinweise seien umgesetzt worden und es gebe „kein Hindernis mehr für eine Inbetriebnahme“.

Keim dagegen ist sicher, dass eine Entfluchtung nicht gelingen kann. Der Rettungsstollen sei zu weit, der Fildertunnel sei ein „neun Kilometer langer Kamin“. Der Kamineffekt sei mit Kaprun zu vergleichen. Keim meint zudem, dass bei großer Hitze hochgiftige Substanzen entstehen können wie Senfgas und Zyklon B. Zudem drohe im Bahnhof bei Panik die Gefahr, dass die Menschen sich auf den Treppen gegenseitig zertrampeln. Die Rettungsszenarien seien nicht realistisch.

Der S-21-Ausschuss beharrt allerdings auf seiner Meinung, dass das Fluchtkonzept funktioniere. Etwa giftige Gase würden durch die Entlüftung ferngehalten. Die Fluchtgutachten seien von der Bahn und von weiteren Gutachtern bestätigt worden.

Keim dagegen sieht das „Stuttgart-21“ Projekt scheitern. Nicht nur wegen des Brandschutzes, sondern auch wegen des Wasserdrucks. Dieser würde bald den Untergrund des Tunnels verschieben und dann müsste der Tunnel gesperrt werden. Deshalb müsse der Kopfbahnhof als Ausweichbahnhof in Betrieb gehalten werden.

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