So könnten Rentner trotz Steuererhöhung Steuern sparen

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Rentner 26.6.

Ab 1. Juli steigen die Renten im Westen um monatlich 3,2 Prozent und im Osten um 3,4 Prozent. Diese Nachricht klingt zunächst sehr positiv in den Ohren der meist ohnehin finanziell schlechter gestellten Rentner. Wer derzeit 1.500 Euro Rente bezieht, bekommt dann in etwa 1.550 Euro. Doch nicht für alle dürfte die Rentenerhöhung ein Grund zur Freude sein. Denn mit der Rentenanhebung rutschen in etwa 54.000 Rentner zusätzlich in die Steuerpflicht. Schon jetzt müssen 4,4 Millionen Rentner Steuern zahlen, also jeder fünfte.

Ab 2018 müssen 76 % der Rente versteuert werden

Seit der Reform 2005 sind Renten nur noch zum Teil steuerfrei. Je später man in Rente geht, desto höher wird der steuerpflichtige Teil. Bürger, die vor 2005 in den Ruhestand gingen, müssen 50 % ihrer Rente versteuern. Wer 2018 in Rente geht, muss 76 % seiner Rente versteuern. Bürger, die 2040 in Rente gehen, müssen die gesamte Rente versteuern. Aus dem steuerpflichtigen Prozentsatz errechnet sich der Rentenfreibetrag. Rentenanhebungen erhöhen den Rentenfreibetrag allerdings nicht, deswegen sind die komplett zu versteuern. Nur größere Rentenreformen könnten zu einem anderen Rentenfreibetrag führen.

Was abgesetzt werden kann

Alleinstehende Rentner mit einer gesetzlichen Rente aus der Zeit vor 2005 müssen ab einer Bruttorente von 1.486 Euro Steuern zahlen. Für Neurentner ab 2018 ist eine Bruttorente ab 1.170 Euro zu versteuern. Verheiratete können die doppelten Beträge absetzen. Rentner können in der Regel einige Ausgaben steuerlich geltend machen, die die Standardbezüge überschreiten. Zum Beispiel für eine Haushaltshilfe oder einen Gärtner. 20 % der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen oder für Handwerker können von der Steuer abgezogen werden.

Auch Aufwendungen in der Nebenkostenabrechnung wie Schornsteinfeger oder Schneeräumen können abgesetzt werden. Dabei dürfen aber nur Lohnkosten angegeben werden. Auch Krankheitskosten, die durch die Krankenversicherung nicht abgedeckt sind, können als „außergewöhnliche Belastung“ geltend gemacht werden, z. B. Zahnersatz, Physiotherapie, Brillen oder Medikamente, sofern sie vom Arzt verordnet wurden. Auch Teilkosten des Pflegeheims können abgesetzt werden.

Liegen die Gesamteinkünfte pro Jahr unter dem Existenzminimum von derzeit 9.000 Euro, können Rentner eine Bescheinigung beim Finanzamt beantragen und der Bank weiterleiten. Dann wird von etwaigen Kapitaleinkünften keine Abgeltungssteuer abgezogen. Seit März 2017 können Rentner auch ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Ein Arbeitszimmer könnte beispielsweise für Schriftverkehr mit der Rentenversicherung oder der Versorgungskasse genutzt und angegeben werden. Denn Rentner haben in der Regel keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung. Absetzbar sind Möbel, anteilig Strom, Heizung und Miete.

Immer mehr haben Angst vor der Rente

Dennoch blickt die Mehrheit der Erwerbstätigen in Deutschland mit Sorge auf den Eintritt ins Rentenalter, denn die absetzbaren Kosten machen im Portemonnaie nur Peanuts aus. Dass sich jemand auf die Rente freut, ist die Ausnahme. Über 50 % der Erwerbstätigen erwarten im Ruhestand eine verschlechterte Lebensqualität. 63 % macht das Thema Altersvorsorge heute mehr Angst, als früher, 78 % haben das Vertrauen in die Politik beim Thema Altersvorsorge gänzlich verloren.

70 % der Befragten halten mehr Geld für Menschen im Ruhestand als wichtigstes Ziel staatlicher Politik. Erst danach werden andere staatliche Aufgaben wie bessere Gesundheitsversorgung, bessere Bildung sowie mehr Wohnraum genannt. Die Einführung der Mindestrente wird mehrheitlich negativ gesehen. Nicht nur unter Erwerbstätigen wächst die Sorge vor dem Ruhestand, sondern auch unter Rentnern die Unzufriedenheit mit ihrer Lage.

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