Spahn und Corona: Der nächste schwerwiegende Fehler!

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Spahn

Jens Spahn hat nach Meinung einiger Kritiker einen guten „Job“ bei der Krisenbewältigung gemacht, nach Meinung einer anderer Kritiker einen schlechteren Job. Nun korrigiert er offenbar einen Gesetzentwurf seines eigenen Hauses für Krankenhäuser, nachdem sich die Krankenhäuser massiv beschweren. Abgerechnet wird sicherlich dann, wenn die Krise sich dem Ende zuneigen wird. Unstrittig ist jedoch, dass das Haus Spahn über längere Zeit abgewiegelt hat und nun der verlorenen Zeit hinterherhechelt (s. Beiträge zum 28. Januar und Erklärungen von Spahn Ende Januar, s. auch Verhalten und Beiträge bis Ende Februar). Der jüngste Gesetzentwurf gilt wieder als Fehlgriff.

„Schutzschirm“ für Krankenhäuser – ein Bürokratiemonster?

Der große Vorwurf: Spahn hat einen Schutzschirm für Krankenhäuser angekündigt. Diese sehen sich jetzt schon am Rande ihrer Arbeitskapazitäten – noch vor dem Ausbruch der großen, befürchteten Welle der Einlieferungen. Die Bürokratie im Zusammenhang mit diesem „Schutz“ scheint schon der Todesstoß für die Reform zu sein, bevor sie überhaupt verabschiedet ist. Spahn will und muss korrigieren.

Wir dokumentieren einen „offenen Brief“ von Prof. Matthias Keller, Ärztlicher Direktor des Kinderklinikums Passau, der das ganze Dilemma aufzeigt. Fettungen sind von dieser Redaktion vorgenommen.

„Offener Brief und Appell !

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Ministerpräsident Dr. Markus Söder
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Die Herausforderungen in dieser Krise sind für uns alle enorm. Es bestehen große Sorgen und Ängste, um die wirtschaftliche Existenz von Betrieben und Mitarbeiter, aber auch um die Gesundheit, um sich selbst, für Angehörige und die Kinder.

Die Corona Krise wird ohne Zweifel viel Leid und auch Tod bringen. Die bayerische Staatsregierung und Bundesregierung ist sich dessen bewusst. Sie haben die Kliniken gebeten alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Versorgung sicherzustellen und für die Corona Patienten bereit zu sein.

Das haben wir getan! Wir haben genau das getan. Unser Ziel ist die Versorgung aller Patienten sicher zu stellen und für die Corona Patienten zusätzliche Kapazitäten auf den Intensivstationen zu schaffen.

Dafür haben unsere Teams enormes geleistet. Wir haben Ärzte und Personal eingestellt, Doppelschichten geplant, Rufdienste eingeplant und vieles mehr. Wir haben Schneidereien gebeten Schutzmasken herzustellen, Apotheker gebeten Desinfektionsmittel herzustellen, eine Hilfehotline für verzweifelte Eltern eingerichtet, wir haben für unsere Mitarbeiter Kinderbetreuung und z.B. einen Einkaufsservice organisiert, damit sie sich nicht noch um das Essen kümmern müssen. Und das innerhalb einer Woche!

In den Kliniken herrscht jetzt schon extreme Not. Wir brauchen dafür das gesamte Team der Kliniken. Mitarbeiter der Pflegenden und Ärzte, aber genauso Reinigungskräfte; IT; Hausmeister, Fahrdienste und eben auch die Verwaltung. Damit haben wir schon enormes geleistet trotz dieser Krisensituation.

Aber auch unsere Mitarbeitenden haben Familie, haben Angehörige, die selber schwer krank sind oder gehören selber zur Risikogruppe. Diese machen sich Sorgen, um ihre Gesundheit und um die Ihrer Angehörigen. Aber wir tun es dennoch. Nicht nur weil es unsere Pflicht ist, sondern unser Auftrag und Berufung sich um die Menschen in der Not zu kümmern.

In dieser Situation liegt nun ein Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor, welcher nach unserem aktuellen Kenntnisstand bedeutet, dass wir noch mehr Bürokratie in den Krankenhäusern haben.

Es bedeutet, dass die Schutzausrüstung nicht finanziert ist.
Es bedeutet, dass die Intensivbetten nicht außen ausreichend finanziert sind. Es bedeutet, dass wir das zusätzliche Personal nicht ausreichend bezahlen können. Es bedeutet letztendlich, dass die laufenden Gelder fehlen und wir im Juni pleite wären und keine Gehälter mehr zahlen können.

Zusätzlich bedeutet die Bürokratie, die nun gefordert wird, eine enorme Bindung von Verwaltungskapazitäten, die wir aber dringend in den Kliniken brauchen. Wer organisiert uns denn die Schutzmäntel, die Schutzmasken das Desinfektionsmittel, wer kümmert sich um die Beschaffung von dringenden Materialien, wenn wir die Intensivbetten verdoppeln wollen?

 Dazu brauchen wir ALLE unsere Kräfte. Sollen diese Menschen dies alles sein lassen, nur weil es nun noch mehr Bürokratie geben soll. Der Referentenentwurf von gestern ist ein Schlag ins Gesicht von uns allen, die sich momentan in den Kliniken engagieren! Es ist frustrierend für die Mitarbeitenden aller Kliniken und auch für mich persönlich an der Kinderklinik.

Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn,

ich spreche sie persönlich an.
Ich weiß nicht von wem Sie beraten worden sind und wer Zeit hatte, ein solches Bürokratiemonster in dieser Zeit überhaupt aufzuschreiben.

Wir laden diese Personen sehr herzlich in die Kliniken ein, damit diese Personen wieder einen Bezug zur Realität bekommen und sehen, was es bedeutet z.B. Desinfektionsmittel, Schutzmasken aufzutreiben, Schichten zu besetzen, Krankheitsausfälle in der Pflege und Ärzte schon jetzt zu kompensieren, Mitarbeiter für die Arbeit am Menschen zu unterstützen und Ihnen ihre Sorgen und Ängste zu nehmen.
Es finden sich sicherlich auch viele andere Kliniken, die dazu bereit wären diese Personen aufzunehmen.

Lieber Herr Spahn,

Sie wollen ein Macher sein, dann machen Sie auch das Richtige!
Verzichten Sie auf bürokratische Hürden! Jetzt gilt es anzupacken und pragmatisch zu sein, genauso wie wir es nun in den Kliniken tun müssen. Einfach deshalb, weil wir dafür da sind und uns diesen Beruf ausgesucht haben – auch mit dem Wissen das wir uns einem erhöhten Risiko aussetzen.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Söder,

sie haben einen Schutzschirm für Krankenhäuser versprochen und es fiel das Wort „Whatever It Takes“. Jetzt ist es Zeit dieses Versprechen einzulösen und zu zeigen, dass Sie es ernst meinen. Es ist einfach in einer Rede an die Nation einfach „Danke“ zu sagen aber jetzt brauchen wir konkrete Unterstützung und Motivation für all die Pflegenden, Ärzte und Mitarbeitenden in den Kliniken.

Ich weiß nicht, ob ich mit meinem Anliegen direkt die betroffenen Personen erreiche, deshalb meine dringende Bitte an alle Politikerinnen und Politiker und Medien diese Botschaften und das Anliegen der Deutschen Krankenhausgesellschaft an die verantwortlichen Stellen zu transportieren. Hier kann es kein kleinkariertes Verhandeln geben. Es geht nicht um Lobbyismus für Krankenhäuser von irgendwelchen Funktionären.

Dies ist ein Appell von Ärzten und Pflegenden und aller Mitarbeitenden aus den Kliniken. Diese müssen nun endlich gehört werden!

Ich verspreche Ihnen, dass wir an den Kliniken Dritter Orden – aber ich bin mir sicher – wie alle anderen Mitarbeitenden in allen Kliniken – alles tun werden, um die Versorgung der Bevölkerung und Kindern sicherzustellen und die Corona Patienten bestmöglich zu versorgen.

Aber dafür brauchen wir Ihre konkrete Unterstützung!

Darum bitten wir Sie!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Prof. Dr. Matthias Keller“

Wir werden die Aktivitäten genau dokumentieren – klicken Sie hier. 

 

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4 Kommentare zu "Spahn und Corona: Der nächste schwerwiegende Fehler!"

  1. ihr BASTARDE seit schon weg.
    die wahrheit siegt.
    WWG1WGAQ

  2. Es ist haarsträubend, was den Menschen derzeit angetan wird. Ich hoffe, dass dies die Wehen für eine neue Zeit sind und dass die Geburt nicht zu lange dauert.

  3. Gabrielle Bleckmann | 25. März 2020 um 9:46 | Antworten

    Bitte teilen:

    https://www.facebook.com/100001691376221/videos/2991276417605375/

    Ich glaube, so geht es momentan sehr vielen Menschen. Hier ist unbürokratische Hilfe dringend geboten.

    Bleiben Sie gesund!

    Gabrielle Bleckmann

  4. diese SED-/Stasi-Mafia (Groko=SED) muss unbedingt verschwinden !!

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