„Spiegel“ Affäre der Falschnachrichten: Chefredakteur suspendiert

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Unbenanntes Design(409)

Die Chefredaktion des „Spiegels“ hat in der Affäre um die gefälschten Reportagen des ehemaligen Reporters Claas Relotius weitere Konsequenzen gezogen. Wie der designierte Chefredakteur Steffen Klusmann in einem Schreiben an die Mitarbeiter des Magazins schrieb, werden die Verträge von Chefredakteur Ullrich Fichtner und Matthias Geyer zunächst „ausgesetzt“ und „ruhen“, bis eine hausinterne Kommission den Fall „Relotius“ vollständig untersucht und aufgeklärt hat, berichtet die „Bild“.

Es müsse geklärt werden, ob die Chefredakteure nach dem Desaster des Fälscher-Reporters Relotius noch „tragbar“ seien. Denn Fichtner habe Relotius als Reporter „entdeckt“ und Geyer habe ihn eingestellt und bis zuletzt „geführt“. Beide Chefredakteure hätten bereits angeboten, ihre Posten „zur Verfügung“ zu stellen, falls dies gefordert werde. Zwar könne nun jeder, der mit Relotius zusammengearbeitet habe, zur Verantwortung gezogen werden. Jedoch müssten diejenigen nur zur Verantwortung gezogen werden, wenn die Vorwürfe stichhaltig seien.

Der „Fall Relotius“ solle nicht leichtfertig abgetan werden. Dafür sei er zu „groß und zu gefährlich“, so Klusmann. Und der Fall sei noch lange nicht ausgestanden. Daher müssten die Verträge der beiden verantwortlichen Chefredakteure solange ruhen, bis die Kommission den Fall aufgeklärt habe.

Der „Spiegel“ hatte den Fälschungsskandal selbst am 19. Dezember veröffentlicht. Relotius soll bis zu 60 Reportagen im „Spiegel“ veröffentlicht haben. Anschließend kursierte das Gerücht, Relotius habe Spendengelder veruntreut. Sein Anwalt bestritt jedoch diesen Vorwurf. Jedoch habe Relotius bereits „eingeräumt“, dass er bei seinen Reportagen „im Wesentlichen im Magazin der Spiegel“ über mehrere Jahre vielfach Fakten falsch dargestellt, erfunden und verfälscht hat.“

Klusmann wird ab dem 1. Januar neuer Chefredakteur beim „Spiegel“. Er rief die Mitarbeiter des „Spiegel“ auf, die „Causa Relotius“ nicht zur Begleichung alter Rechnungen im Haus zu missbrauchen. Die Belegschaft habe es jetzt in der Hand, aus der Krise die richtigen Schlüsse zu ziehen, oder alles komplett zu verderben.

Dass der „Spiegel“ tatsächlich etwas aus der „Relotius-Affäre“ lernen wird, ist zu bezweifeln. In dem Medienhaus wird man vielmehr versuchen, die „Reportagen“ künftig näher an die Wirklichkeit zu binden. Das wird solange gutgehen, bis es einen neuen „Fall Relotius“ geben wird. Denn es wird nicht das „System Spiegel“ hinterfragt, das stellvertretend für einen Großteil der Mainstreammedien steht, sondern versucht, einen „bedauerlichen Einzelfall“ zu konstruieren. Ob der „Spiegel“ verstanden hat und aus seinen Fehlern lernen wird, ist unwahrscheinlich. Denn sowohl der „Spiegel“, als auch der Großteil der anderen Mainstream-Medien hat ihre eigentliche Aufgabe vergessen: Die Regierung zu beobachten, zu kritisieren und Missstände zu veröffentlichen. Der „Spiegel“ ist schon lange zum „Hofberichterstatter“ verkommen. Regierungskritische Töne sucht man hier vergebens. Deshalb muss man, um den Kampf um die Auflagenzahlen nicht zu verlieren, gefälschte Nachrichten erfinden.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "„Spiegel“ Affäre der Falschnachrichten: Chefredakteur suspendiert"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*