Spitzen-Ökonom: Großbritannien wird es glänzend nach dem Brexit gehen

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Der renommierte Wirtschaftsprofessor und ehemalige Thatcher-Berater Patrick Minford ist überzeugt: Trotz aller gegenteiligen Behauptungen wird der Brexit Großbritannien in eine glänzende Zukunft führen.

Zwar ist das Ausstiegsabkommen mit der EU noch nicht getroffen. Alle Möglichkeiten sind noch denkbar. Das britische Parlament signalisierte, dass es das Austrittsabkommen von Theresa May durchwinken würde, wenn die EU den Briten beim Thema Nordirland entgegenkommt. Denkbar ist aber auch, dass die EU weiterhin stur bleibt und es zu einem No-Deal-Brexit kommt. Ebenso denkbar ist, dass das Ausstiegsdatum verschoben wird.

Patrick Minford war Ökonom beim Ifo-Institut in München und ist Wirtschaftsprofessor an der University of Cardiff, berichtet „Die Weltwoche“. Er hat schon Margret Thatcher in wirtschaftlichen Fragen beraten. Der ehemalige Ifo-Präsident Hans-Werner-Sinn hingegen spricht sich für eine Wiederholung des Brexit-Referendums aus – aus nachvollziehbaren Gründen, denn der Wegfall Großbritanniens ist eher für die EU ein Verlust – weniger für Großbritannien.

Patrick Minford bezeichnet die EU als „protektionistischen Moloch“, die Großbritannien mit dem Preis Nordirlands für den Brexit „bezahlen“ lassen wolle. Das derzeitige Verhalten der EU-Kommission sei mit einer „Prügelstrafe“ vergleichbar.

Die EU liberalisiere im Inneren den Güterverkehr, sei aber nach außen ein „protektionistischer Moloch“, der Zollschranken hochziehe. Diese würden lediglich der französischen Agrarindustrie und der deutschen Industrie zugutekommen, den mächtigsten Lobby-Vertretern in Brüssel, so Minford. Für Konsumenten bedeuteten Zölle allerdings eine Verteuerung von Gütern um 20 Prozent. Durch die Mitgliedschaft in der EU seien die Briten gezwungen, europäische Güter zu überhöhten Preisen zu kaufen. Dieses Problem falle nach dem Brexit weg.

Der „Northern Ireland Backstop“, der Großbritannien dauerhaft in der EU-Zollunion halten will, sei für die britische Regierungspartei nicht akzeptabel. Minford rechnet damit, dass Großbritannien von dieser Meinung auch nicht mehr abweichen werde. Die Haltung zum Backstop werde von der breiten Parteibasis getragen.

Minford hält indes das „No-Deal“-Szenario für am wahrscheinlichsten, was für die Briten – seiner Meinung nach – ein Glücksfall wäre. Denn je schneller Großbritannien aus der Zollunion draußen wäre, desto schneller könnten Handelsabkommen mit Ländern außerhalb der EU geschlossen werden. Sollte sich die EU allerdings mit Theresa May einigen, käme es zu einer verlängerten Übergangsphase bis 2021. Großbritannien müssten dann auch noch die von der EU geforderten 39 Milliarden Pfund (44,5 Milliarden Euro) bezahlen.

Aus diesen Gründen sei der „No-Deal“-Brexit den „EU-Deal“ vorzuziehen, meint Minford. Bei diesem Szenario sieht Minford auch keine größeren Probleme auf die britische Wirtschaft zukommen. Der Güterhandel sei auch auf Basis der Welthandelsorganisation WTO sehr solide. Zudem könne die EU nicht plötzlich britische Güter diskriminieren – anderenfalls könnte Großbritannien vor der WTO klagen.

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