Steuervermeidung beim „Cum-Ex-Deal“: Die Rolle des Finanzministeriums

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Unbenanntes Design(569)

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet jetzt über einen Gerichtsprozess, der höchste Aufmerksamkeit verdient und offenbar nur auf Sparflamme gekocht wird: Die Anklage gegen einen Geschäftsmann, der „mutmaßliche Steuerhinterzieher erpresst haben soll“. Der Angeklagte soll sich zuvor mit dem Wissen um den „Cum-Ex-Skandal“ allerdings beim Bundesfinanzministerium gemeldet haben. Das hat sich dafür offenbar nicht interessiert. Der Schaden hätte wohl deutlich früher aufgeklärt werden können.

Eine Million für das Wissen um den Skandal

Der Angeklagte soll sich an Steuerhinterzieher gewandt haben und eine Million Euro kassiert haben, um die Aktiengeschäfte zu verschweigen. Die Geschäfte beruhten auf dem nicht mehr transparenten Austausch von Aktienpositionen im Aus- und Inland, den auf diesen Aktien basierenden Dividendenzahlungen und mehrfach kassierten Steuerrückerstattungen dafür.

Der Angeklagte soll nach den Angaben aus der „SZ“ dem Finanzministerium unter dem Namen Jürgen Schmidt sein Wissen zur Vrefügung gestellt haben. Das Finanzministerium hat immerhin offenbar zumindest hessische Behörden informiert, die sich dann gleichfalls um den Fall kaum weiter kümmerten.

Erst im Anschluss an diese ernüchternde Erfahrung hat der unter Jügen Schmidt agierende Angeklagte es dann bei zwei „Tätern“ vresucht. Dies waren der Steueranwalt Hanno Berger, offensichtlich ein Insider und treibende Kraft sowie ein damals für die Schweizer Bank Sarasin arbeitender Bankmanager. Das Geld soll der Angeklagte schließlich von Fondsgesellschaften kassiert haben, die in den Deal verwickelt waren.

Derzeit ist juristisch noch nicht geklärt, ob die Handlungen der Cum-Ex-Akteure juristisch überhaupt als kriminell einzustufen sind oder einfach auf Lücken in der Steuergesetzgebung beruhten. Dennoch hätten die Behörden mit der Spur durch Jürgen Schmidt zumindest durhc entsprechende gesetzliche Änderungen einen Milliarden-Schaden vermeiden können. „Schmidt“ wollte für sein Insiderwissen 1,5 Millionen Euro kassieren.

Zumindest ist fraglich, ob nicht beispielsweise die Steuerbehörden in Nordrhein-Westfalen zugegriffen hätten. Dort war der Wille zur Aufklärung deutlicher, wie der berühmte Aufkauf von „Steuer-CDs“ nahelegt.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "Steuervermeidung beim „Cum-Ex-Deal“: Die Rolle des Finanzministeriums"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*