Trump zieht US-Truppen aus Syrien und Afghanistan ab

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US-Präsident Donald Trump hatte vor Weihnachten angeordnet, dass die US-Truppen in Syrien „schnell“ abgezogen werden sollen, nachdem der Krieg gegen den IS gewonnen sei. Trump schrieb auf Twitter, der Kampf gegen den IS sei der einzige Grund gewesen, weshalb sich die US-Truppen während der Trump-Präsidentschaft dort befunden hätten. Trumps Sprecherin Sarah Sanders teilte mit, dass „die USA das territoriale Kalifat besiegt haben“. Dies bedeute jedoch nicht, dass die weltweite Koalition im Kampf gegen den IS oder deren Kampagne beendet sei.

Trump überstimmt US-Generäle

Mit dieser Entscheidung hat Trump offenbar seine Generäle und zivilen Berater überstimmt und seinen häufig geäußerten Wunsch, amerikanische Streitkräfte aus einer chaotischen und unübersichtlichen ausländischen Verwicklung wieder nach Hause zu bringen, verwirklicht. Seine Entscheidung, die er via Twitter ankündigte, bringt die strategischen Pläne zur Nahost-Politik der Trump-Administration gehörig durcheinander und verunsichert Verbündete wie Großbritannien und Israel.

Das amerikanische Militär sowie republikanische Politiker kritisierten Trumps Entscheidung. Zum einen, weil der IS nach wie vor einige Territorien in Syrien besetze. Zudem lasse Trump mit dem US-Truppenabzug syrisch-kurdische Truppen im Stich, mit denen man gemeinsam den IS bekämpft hätte. Kritiker halten die Entscheidung Trumps für kurzsichtig und naiv. Erst am Mittwoch hätte sich der IS zu einem Anschlag bekannt. Zudem überlasse Trump Syrien nun dem Iran, Russland und der syrischen Assad Regierung, hieß es laut Medienberichten. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte noch kurz vor Trumps Entscheidung, der „Job sei noch nicht erledigt. Jedoch habe es signifikante Fortschritte gegeben. Man stehe mit der Türkei in enger Abstimmung“.

Greift Erdogan Syrien wieder an?

Mit seinem Rückzug könnte Trump den Weg freigemacht haben, für eine erneute türkische Militäroffensive. Die Regierung in Ankara droht ohnehin schon seit langem mit einem weiteren militärischen Angriff gegen die Kurdenmiliz in Syrien YPG. Erst vor kurzem kündigte Erdogan eine Offensive an. Er wolle die Menschen „vor der separatistischen Terrororganisation YPG retten.“ Trump lehnt jedoch eine weitere Militäroffensive der Türkei gegen kurdische Truppen entschieden ab. Erdogan sieht in der YPG einen Ableger der von der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft diese deshalb. Zudem ist davon auszugehen, dass Erdogan territoriale Ansprüche an Syrien hegt.

Merkel-Regierung „verärgert“

Neben dem Truppenabzug in Syrien erwägt US-Präsident Trump offenbar auch den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan. Die Merkel-Regierung reagierte offenbar verärgert und irritiert auf Trumps Ankündigung. Die Bundesregierung kritisierte die fehlende Absprache. Frankreichs Präsident Macron „bedauerte“ Trumps Entscheidung. Dieser Schritt sei eines „Verbündeten ungebührlich, da ein solcher zuverlässig sein sollte“, sagte Macron. Zudem kündigte Macron an, seine Operationen in Syrien fortzusetzen. Frankreich werde sich nicht mehr hinter den USA verstecken.

Trumps Entscheidung führte ebenfalls dazu, dass US-Verteidigungsminister Mattis überraschend zurückgetreten ist. Das Weiße Haus kommentierte entsprechend: „US-Präsident Donald Trump kann machen, was er will. Der Präsident ist befugt, diese Entscheidung zu treffen, und er hat sie getroffen. Ich glaube, es ist völlig gerechtfertigt, dass der Präsident zu dem Schluss kommt, die Mission sei erfüllt, und dann diese Entscheidung trifft“, sagte ein ranghoher Regierungsmitarbeiter. Nach einem Bericht des Pentagons stellte sich allerdings heraus, dass der zurückgetretene Verteidigungsminister Mattis den US-Truppenabzug aus Syrien unterzeichnete.

Trumps Entscheidung, die Truppen vor Weihnachten nach Hause zu bringen, ist verständlicherweise das beste Geschenk, das einem US-Soldaten und seiner Familie gemacht werden kann. JFK plante die gleiche Maßnahme für US-Truppen aus Vietnam – er erlebte aber den Tag nicht mehr, an dem die US-Botschaft in Saigon an die Kommunisten fiel. Zudem war es vor allem die russische Koalition, die die IS-Bedrohung in Syrien neutralisierte, als sie sich am 30. September in die Syrien-Krise einmischte.

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1 Kommentar zu "Trump zieht US-Truppen aus Syrien und Afghanistan ab"

  1. Franz Josef Kostinek | 14. März 2019 um 9:37 | Antworten

    Dieser Mann will keinen Krieg. Er möchte dass die USA auch ohne Krieg sich selbst kurieren kann. Dass dies dem Geld nicht passt ist völlig klar. Hoffentlich geht es ihm nicht so wie damals Herrn Kennedy.

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