Trumps Austritt von der Nato ist nicht ausgeschlossen

Trump

Obwohl es beim Nato-Gipfel in Brüssel zu einer gemeinsamen Abschlusserklärung der Mitgliedsstaaten gekommen ist, ist ein Austritt Trumps aus dem Verteidigungsbündnis noch immer denkbar. Trump könnte seine Drohung wahrmachen, künftig in Verteidigungsfragen ohne die Einbindung der Nato zu handeln.

Zwar schätzt das US-Militär die Nato. Trump ist das jedoch egal. Trump macht seine eigene Politik. Dies zeigte sich zuletzt beim Nord-Korea-Gipfel, als er beschloss, die jahrelangen Militärübungen der USA mit Südkorea zu beenden. Diplomaten bestätigten, dass Trump mit einem amerikanischen Alleingang gedroht hat, sollten die Bündnispartner nicht die zwei Prozent des BIP für Verteidigung ausgeben.

Am zweiten Tag des Nato-Gipfels jedoch kam die Kehrtwende. Trump lobte die Bundesregierung. Zuvor kritisierte er Merkel heftig, da Deutschland noch immer nicht die vereinbarten zwei Prozent für Rüstung und Verteidigung ausgäben. Bei seiner Pressekonferenz sagte er, der Nato-Austritt der USA sei nicht nötig – die Mitglieder hätten sich zum zwei-Prozent-Ziel bekannt. Damit hinterließ Trump einmal mehr verwirrte Journalisten, Teilnehmer und Beobachter der Konferenz. Trump beendete seine Rede mit dem Wunsch für Weltfrieden. Putin sei zwar noch sein Konkurrent, doch er könne dennoch bald sein Freund werden. Denn jeder wolle eine gute Beziehung zu Russland.

Am Mittwochmorgen begann der Nato-Gipfel wenig verheißungsvoll. Trump griff Merkel beim Frühstück mit Nato-Generalsekretär Stoltenberg an: Deutschland werde total von Russland kontrolliert, sagte Trump im Hinblick auf die Energieversorgung mit russischem Erdgas. Merkel könne kein milliardenschweres Gaspipeline-Projekt mit Russland abschließen und gleichzeitig erwarten, dass sie von den USA beschützt werde.

Doch durch sein Einlenken am Ende des Gipfels bleibt Trump zunächst weiterhin mit seinen Nato-Partnern verbunden. Europa dürfte darüber erleichtert sein, auch wenn die angebliche Bedrohung der Nato-Partner durch Russland reine Propaganda sind. Denn die USA geben 600 Milliarden US-Dollar für Militär aus, Frankreich, Deutschland und Italien zusammen 164 Milliarden US-Dollar. Russland gibt 61 Milliarden US-Dollar für Rüstung aus. An der Erhöhung des Verteidigungshaushalts verdient einzig die Rüstungsindustrie.

Es gibt keinen Anlass zu einem Angriff seitens Russlands. Zudem ist Russland von Nato-Stützpunkten faktisch „umzingelt“.

1 Kommentar zu "Trumps Austritt von der Nato ist nicht ausgeschlossen"

  1. Wenn hier Chaos herrscht und daher Russland keine Geschäfte mehr machen kann wird wohl einer irgendwann die Geduld verlieren.

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