UNFASSBAR: Österreichs Gebühren-Sender ORF meldet Kurzarbeit an

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 4,50 out of 5)
Loading...
Unbenanntes Design(16)

Der Gebührensender ORF in Österreich meldet wegen Einnahmerücken, so oe24.at, jetzt Kurzarbeit an. Der Rückgang belaufe sich auf mindestens 50 Millionen Euro. Dabei sollen die „besonders intensiven Bereiche“ wie die „Information“ nicht betroffen sein. Noch verhandeln offenbar die Direktionen des Senders und der Betriebsrat über den Umfang und die Bereiche, die davon betroffen seien. Hintergrund sind nach Angaben des Senders rückläufige Werbeeträge seit Mitte März. Diese würden weit unter Plan liegen, so die Mitteilung. Der Sender rechnet offenbar damit, dass die Situation weiter anhält und die Kurzarbeit damit auch mehrere Monate lang betrieben werden müsse. Zudem würden sich mit der „nun massiv zunehmenden Arbeitslosigkeit (…) auch die Erträge aus dem Programmentgelt auf Grund der damit steigenden Gebührenbefreiungen reduzieren“.

Sender muss staatliche Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen

Daher müsse der Sonder „auch die vom Staat angebotenen Unterstützungsleistungen in Anspruch (…) nehmen, um nicht in die Lage zu kommen, noch härtere Maßnahmen setzen zu müssen“. Diese Aussage enthält jedoch einen eklatanten Systembruch: Der Sender wird nicht nur dafür bezahlt, überhaupt Informationen zu liefern, sondern möglichst sachgerecht und so weit möglich „objektiv“ die Bevölkerung zu informieren. Wenn der Sender nun mit seinen Teilleistungen direkt am Tropf des Staates hängt, ist die Unabhängigkeit systembedingt aufgegeben. Ohnehin gelten die Beiträge des ORF bei vielen Kritikern als ausgesprochen regierungsfreundlich. In Österreich regiert derzeit eine schwarz-grüne Koalition.

Bleibt für uns die Frage: Wird es bald auch in Deutschland so sein? ARD und ZDF dürften gleichfalls sinkende Werbeeinnahmen erwarten. Die Erträge nehmen im Normalfall inzwischen durchaus einen erheblichen Anteil an den Einnahmen ein. Da die Gebühren nicht willkürlich erhöht werden können, dürften zunächst freie Mitarbeiter und dann ggf. normale Angestellte die wirtschaftlichen Folgen der Krise spüren. Erhöht sich hier zunächst der Anpassungsdruck im Sender und dann die Anfälligkeit gegenüber dem Staat? Wird der sogenannte Staatsfunk noch regierungsnäher berichten? Wir werden dies verfolgen.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "UNFASSBAR: Österreichs Gebühren-Sender ORF meldet Kurzarbeit an"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*