Warum Transatlantiker Angst vor dem Treffen Trumps mit Putin haben

Trump Putin

Am 16. Juli treffen sich US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in der finnischen Hauptstadt Helsinki zu bilateralen Gesprächen. Obwohl das Treffen der beiden Präsidenten mehr Anlass zu Optimismus geben sollte, werden die transatlantischen Kreise in Washington bereits nervös. Sie befürchten offenbar, dass der seit Jahren gepflegte und vor allem seit 2014 eskalierte Konflikt zwischen Russland und den USA von den beiden jetzt beigelegt werden könnte.

Denn Trump hatte schon lange seine Absichten verkündet, mit Russland ein besseres Verhältnis anzustreben. So soll am 16. Juli eine ganze Reihe schwieriger Themen angesprochen werden. Trump hoffe, durch das Treffen Spannungen abzubauen und konstruktive Beziehungen zu Russland aufzubauen, um den Frieden und die Sicherheit auf der ganzen Welt zu verbessern, sagte der US-Botschafter Huntsman in Russland. Man könne Probleme nur lösen, wenn man darüber spreche.

Schon während Trumps Wahlkampfs hatten Transatlantiker sowie einflussreiche Personen aus Militär, Geheimdiensten und Rüstungskonzernen versucht, jede Annäherung Trumps mit Putin im Keim zu ersticken. Trotz aller Bemühungen, Putin eine Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf und Trump eine Kollaboration mit Russland nachzuweisen, sind die Versuche, den Präsidenten zu stürzen allesamt gescheitert. Trump ist inzwischen gefestigt und hat die Unterstützung des Militärs.

Putin ist stets auch daran interessiert, die Beziehungen zu den USA, zu Europa und zu Deutschland zu verbessern. Dennoch scheiterte Trumps Versuch, Russland wieder zu den G7 zu holen. Durch die Politik Obamas, die Gründung des IS durch die USA, den Aufbau des Raketenabwehrschilds an der Grenze zu Russland und die bewusste Herbeiführung der Ukraine-Krise, hatten sich die Beziehungen zu Russland wieder dramatisch verschlechtert. Trump will die Annäherung wieder herbeiführen. Jüngst anerkannte er die Krim als legitimen Teil von Russland.

Unter den Transatlantikern wird man also alles versuchen, um das negative Bild Russland weiter aufrechtzuerhalten: Russland ist der Aggressor, die Ukraine das Opfer. Europa muss mehr für die Verteidigung ausgeben, Nato- und US-Truppen dienen den nationalen Interessen und Putins Geschichte zeigt, dass man ihm nicht trauen darf (Krim Annexion).

Der 16. Juli könnte für Trump und Putin der Beginn eines Neuanfangs sein. Genau wie das Treffen zwischen Trump und Kim Jong-Un. Entgegen aller Unkenrufe dürfte das Treffen der beiden Präsidenten eher Positives, als den Weltuntergang bringen. Auch wenn dadurch die „alte Weltordnung“ der transatlantischen Hegemonie offiziell beendet wird. Denn die neue, multipolare Weltordnung ist längst zur Wirklichkeit geworden, auch wenn bestimmte Kräfte dies noch nicht wahrhaben wollen. (10)

 

2 Kommentare zu "Warum Transatlantiker Angst vor dem Treffen Trumps mit Putin haben"

  1. Es war keine Annektion der Krim. Das Volk dort hatte ohne Gewalt für den Beitritt zur russischen Föderation gestimmt und sich gegen die Putschisten des Maidan gestellt.

  2. Volker Schulz | 11. Juli 2018 um 15:34 | Antworten

    Aha! Ich halte fest, unter Obama, dem Friedensengel und -nobelpreisträger, sind die Spannungen gestiegen, und nun will Trump wieder bessere Beziehungen. Hat er grünes Licht von der Rüstungsindustrie? Wenn nicht, hat er hoffentlich gute Leibwächter.
    Und sicher wird die vereinigte deutsche Regierungspresse bald schimpfen: Trump will Frieden! Trump! Das geht nun gar nicht. Nicht, wenn Trump es will.

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