+++ Warum wir Skandale brauchen +++

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Diese 10 Dinge müssen Sie noch heute beachten!

Der nächste Krisenfall steht bereits bevor! Diese 10 Dinge müssen Sie jetzt bei sich zu Hause bunkern, um nicht mit dem Land unterzugehen. Nur mit unserem Buch sind Sie auf den kommenden Krisenfall vorbereitet.

Sie erhalten zusätzlich KOSTENLOS den Newsletter „WATERGATE.TV-Geheimakten“ dazu.

Watergate Redaktion 17.5.2017

Kaum etwas verkauft sich besser als ein Skandal. In einer Gesellschaft, in der die Ökonomie der Aufmerksamkeit eine der wichtigsten Ressourcen stellt, gehören Skandale zu den ertragreichsten Produkten. Dies führt dazu, dass gesellschaftlich tiefgreifende Ereignisse immer wieder auf den Begriff des Skandals reduziert werden.

 
Zweierlei wird hier deutlich: Der Skandal dient sowohl als Instrument der Einordnung als auch als Mittel der Entlastung. Das Skandalöse des Skandals liegt demnach nicht allein in den begangenen Taten, sondern auch in den Umständen, die sie entweder nicht ermittelt, verhindert oder sogar befördert haben.

 
Was man als Skandal etikettiert, wird zu einer Emotionalisierung typisiert, die wiederum davon zu entlasten scheint, sich genauer mit Vorgängen zu beschäftigen. Skandale fungieren als sprachliche Strategie der Selbstimmunisierung. Was gehen mich die Skandale der anderen schon an!

 
Meist führt dies dazu, dass Empörung und Erregung zu den bevorzugten rhetorischen Techniken aufsteigen. Ständig damit beschäftigt, alles und jeden als einen Skandal zu deklarieren, stilisiert man sich zum letzten Integren in einer aus den Fugen geratenen Welt. Wer sich erst einmal darauf verlegt hat, im Habitus der Skandalisierung durch die Welt zu laufen, tut nichts anderes, als sich selbst eine moralische, politische oder intellektuelle Erhabenheit zuzuweisen.

 
Darin liegt die Doppelgesichtigkeit von Skandalen. Folgen sie einerseits einer kapitalistischen Logik, dienen sie andererseits zur Stabilisierung eigener Weltbilder. So lassen sich über Skandale die Reihen ganzer Parteien schließen, politische Ambitionen pointieren und ökonomische Interessen befriedigen.

 
Der Skandal ist ein Mittel zum Zweck, dessen Zweck unter anderem darin besteht, seine Mittel zu heiligen. Anders ausgedrückt: Skandale legitimieren sich selbst. beispielsweise bedenken, dass ein Skandal zugleich ein strategisches Kalkül zum Ausdruck bringt. Auf einen Skandal sollte daher immer auch mit der Frage nach dem Interesse der Skandalisierenden reagiert werden. Denn wer mit einem Skandal auf andere zeigt, hat selbst vielleicht am meisten zu verbergen.

 

Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Kommentar hinterlassen zu "+++ Warum wir Skandale brauchen +++"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*