Wasserprivatisierung abgeschafft: So rettet eine US-Großstadt seine Bürger vor der Profitgier der Wasserkonzerne

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...
Unbenanntes Design (48)

Wir haben an dieser Stelle mehrfach darüber berichtet, wie die Wasserprivatisierung uns allen die Lebensgrundlagen nimmt. Die Stadt Baltimore hat nach einem Bericht nun die Wasserprivatisierung abgeschafft. 77 % der Einwohner hatten sich dafür ausgesprochen, dass Baltimore die Versorgung mit Wasser nicht an Private verkaufen dürfe. Die große US-Stadt hatte darüber nachgedacht, ihr Wasser- und Abwassersystem an ein privates Unternehmen zu verkaufen. Die großen Unternehmen werden sich ärgern.

Veolia und Suez wollten die Rechte

Dabei wollten vor allem Wasserversorgungsunternehmen wie Veolia und Suez North America, die ohnehin groß im Geschäft sind, die Rechte erwerben. Nach den vorliegenden Berichten haben sich diese Unternehmen zur Abstimmung und den politischen Konsequenzen daraus noch nicht geäußert. Dennoch: Diese Entscheidung dürfte weitere Unternehmen betreffen und auch großen Anklang in der öffentlichen Debatte bringen.

Privatunternehmen wie auch „Nestlé“ etwa wollen die Wasserversorgung übernehmen, wie es etwa im französischen Vittel zu sehen ist. Befürworter meinen, die privaten Unternehmen könnten dies ebenso gut wie die öffentlich-rechtlichen Versorger. Vielleicht sogar günstiger. Die Kommunen, die solche Rechte verkaufen, würden dafür hohe Einmalzahlungen erhalten und zudem geringere laufende Kosten produzieren.

Allerdings hat inzwischen die Organisation „Food and Water Watch“ nach einem Bericht von infosperber.ch errechnet, dass US-Haushalte an private Unternehmen 59 % mehr für das Wasser zahlen (müssen) als an öffentlich-rechtliche Versorger. Das dürfte zunächst Fakt sein – wobei nicht ersichtlich ist ob die öffentlich-rechtlichen Folgekosten berücksichtigt wurden. Die Verwaltung rechnet in der Regel nach anderen Kostenrechnungssystemen als die öffentliche Wirtschaft.

Dennoch: Die Hauptkritik widmet sich oft nicht den Preisen, sondern überhaupt der Abhängigkeit von privaten Versorgern. Insofern ist die Nachricht – aus dieser Sicht – gut. Die Wasserversorgung sollte öffentlich-rechtlich bleiben, so die Meinung der meisten Kritiker. Nestlé und Co. dürfen sich in Zukunft mit größeren Protesten auseinandersetzen.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Kommentar hinterlassen zu "Wasserprivatisierung abgeschafft: So rettet eine US-Großstadt seine Bürger vor der Profitgier der Wasserkonzerne"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*