Wegweisendes Urteil: US-Bundesgericht: Glyphosat ist krebserregend

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Ein Bundesgericht in San Francisco hat jetzt geurteilt, dass das Pflanzengift Roundup, das den Wirkstoff Glyphosat enthält, krebserregend ist. Die Entscheidung des Gerichts gilt als wegweisend. Angesichts der inzwischen 11.200 Glyphosat-Klagen in den USA dürfte das Urteil heftige Folgen für den Konzern Bayer haben, der im vergangenen Jahr den Agrochemiekonzern Monsanto übernommen hat. Bayer hat 63 Milliarden US-Dollar für die Übernahme bezahlt. Doch der Mega-Deal droht nun zum Mega-Desaster für Bayer zu werden.

Die Jury des Bundesgerichts in San Francisco befand einstimmig, dass Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des Klägers Hardeman gewesen ist. Mit dem Urteil geht der Prozess nun in die zweite Phase, in der nun geklärt werden soll, ob Monsanto über die Risiken von Glyphosat Bescheid wusste, diese bewusst vertuscht und die Behörden beeinflusst hat. Abschließend muss die Jury dann entscheiden, wieviel Schadenersatz Bayer zahlen muss. Bayer hat bereits im August 2018 ein Verfahren vor einem Gericht des Staates Kalifornien verloren und war zu einer Schadenersatzzahlung von 78 Millionen Dollar verurteilt worden.

Bei dem Gerichtsurteil handelt es sich um einen sogenannten „Bellwether Case“. Das ist eine Musterklage, die richtungsweisend für derartige Prozesse gilt. Allein bei dem Richter des Bundesgerichts in San Francisco liegen mehr als 760 weitere Klagen von Landwirten, Gärtnern und Bürgern gegen Monsanto/Bayer auf dem Tisch. Zudem liegen weitere, repräsentative Fälle auf den Verhandlungstischen der US-Gerichte. Mit dem Urteil des US-Bundesgerichts steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bayer eine große Zahl der Glyphosat-Klagen verlieren könnte.

Bayer war angesichts des Gerichtsurteils zwar enttäuscht, zeigte sich aber weiterhin davon überzeugt, dass glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel keinen Krebs verursachen. Die Aktionäre von Bayer sehen das allerdings anders. Die Aktie brach am Mittwoch um zehn Prozent ein. Insgesamt hat die Bayer-Aktie nach der Übernahme von Monsanto rund 30 Prozent an Wert verloren. Dementsprechend harsch dürfte auch die Kritik auf der Bayer-Hauptversammlung der Aktionäre am 26. April ausfallen. Im „Manager Magazin“ wurde der Kauf von Monsanto bereits als „größter und schnellster Wertvernichter der Dax-Geschichte“ bezeichnet.

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4 Kommentare zu "Wegweisendes Urteil: US-Bundesgericht: Glyphosat ist krebserregend"

  1. Wolfgang Stoeth | 21. März 2019 um 5:48 | Antworten

    Man kann nur hoffen, dass nun endlich diesen Firmen das Handwerk gelegt wird. Die Geschichte von Bayer in der NS-Zeit, damals hiess sie IG-Farben, ist kriminell. Die Firma Monsanto, daran sei auch erinnert, hat ihre grauenvolle Geschichte begonnen im Vietnamkrieg.

  2. Niemand mit klarem Verstand hätte Monsante gekauft in dem Wissen, das da unwägbare Risiken, Prozesse und horrende Strafen drohen. Wieder ein Beweis, Deutschland schafft sich ab.

  3. Das große Geschäft mit dem Tod und offenbar mit dem Ziel der Bevölkerungsreduktion ist in Regie der USA bei Monsanto mit Milliardengewinnen erfolgreich gelaufen. Dann kaufte Beier; nun bezahlt für die Verbrechen in der Vergangenheit die Trottel und Dümmlinge in Germany. Wer hat diesen Deal wieder eingefädelt. Dazu braucht man nur die einstigen Akzionäre kennen, die nach den Gewinnen nur noch eine fantastische Abfindung erhalten haben. Das ist Weltfaschismus vom Feinsten.

  4. Gerhard Lutter | 4. April 2019 um 13:18 | Antworten

    Wenn der Kauf der Firma Monsantos regulär über die Bühne gegangen ist, dann müßte der gesamte Bayer-Vorstand entlassen werden.Denn vor dem Kauf wußte jeder, dass auf die Firma Monsantos Zehntausende Klagen, alleine in den USA zukommen wird. Dieses Dylemma wird auch Bayer nicht verkraften. Die Aktionäre ziehen sich schon nach und nach zurück. Bald kannst man Bayer-Aktien zum Schnäppchenpreis kaufen.

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