Westliche Agrarpolitik in Afrika verschärft Flüchtlingskrise

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...
Unbenanntes Design(22)

Die G8-Länder hatten 2012 beschlossen, bis zum Jahr 2022 50 Millionen Menschen in Afrika aus der Armut holen zu wollen. Dies wollten sie mit der „New Alliance for Food Security and Nutrition“ erreichen. Von dem Projekt profitierten letztlich jedoch wieder nur große Konzerne. Sie wurden von den Regierungen beauftragt, in Afrika nachhaltig zu wirtschaften. Den Ausschlag gab die Rohstoffkrise in Folge der Finanzkrise 2008. Damals explodierten die Preise für Reis, Mais und Weizen. In den westlichen Ländern sorgte man sich damals, ob Afrikaner diese hohen Preise bezahlen können.

Der Plan war, dass mit der „New Alliance for Food Security and Nutrition“ Gelder in die afrikanische Landwirtschaft investiert werden sollten. Damit sollte sichergestellt werden, dass Afrika genügend Ressourcen für die eigene Produktion von Lebensmitteln hat. Inzwischen sind nur noch sieben der G-Staaten an der „New Alliance for Food Security and Nutrition“ (NAFSN) beteiligt sowie die Europäische Union und multinationale Konzerne wie Monsanto (Bayer), Unilever oder Syngenta.

Afrikanische Kleinbauern sollten mittels Zahlungen aus Steuergeldern und privaten Investitionen der Großkonzerne Platz für diese machen. Die Verteilung von kostenlosem Saatgut an Bauern wurde verboten werden und die teilnehmenden afrikanischen Staaten durften nur noch gentechnisch verändertes Saatgut der Agro-Chemie-Konzerne kaufen. Äthiopien wurde genötigt, seine Gesetze „anzupassen“, um langfristige Pachtverträge für ausländische Großkonzerne zu ermöglichen. Auch an der Elfenbeinküste gelangten Großkonzerne durch „Gesetzesänderungen“ an rund 500.000 Hektar Land.

Bauern in Tansania wurden von ihrem Land für eine von Großbritannien finanzierten Reisplantage vertrieben. Andere Reisbauern mussten sich verpflichten, die Produktionsmittel von britischen Agrarkonzernen zu kaufen. Auch Nigeria ist von dieser „Politik“ betroffen. Dort sind Bauern von Weiden und Wassersystemen vertrieben worden, zu denen sie jahrhundertelanges Weide- und Zugangsrecht hatten.

Eine Studie der Food Security Policy Group ergab, dass die Ergebnisse des Investitionsprogramms von NAFSN „limitiert“ seien. Es sei zwar nicht, wie in anderen Ländern, zu „schädlichen“ Auswirkungen durch die Großkonzerne hinsichtlich der Landnutzung gekommen. Doch gebe es andererseits auch keinerlei Beleg dafür, dass es durch Beteiligung privater Unternehmen zu einer Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion gekommen sei.

Das bedeutet schlicht, dass die Privatunternehmen weder die Nahrungsmittelverfügbarkeit verbessert noch etwas gegen die Armut in den betroffenen Ländern beigetragen haben. Sie haben lediglich ihre Profite erhöht und dafür gesorgt, dass einheimische Bauern enteignet und vertrieben und die Länder mit gentechnisch veränderten Pflanzen verseucht wurden.

Anhaltende Proteste in Burkina Faso an Frankreich führten schließlich dazu, dass sich das Land 2018 aus dem NAFSN-Programm zurückgezogen hat. Die Grünen im Europaparlament kritisierten das NAFSN Programm. Es stelle schlicht eine Bedrohung gegen die Bevölkerung in Afrika dar. Die Politik Europas verstärke die Probleme Afrikas und führe dazu, dass sich noch mehr Flüchtlinge auf den Weg nach Europa machten.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

1 Kommentar zu "Westliche Agrarpolitik in Afrika verschärft Flüchtlingskrise"

  1. Immer die gleichen Verrücktheiten der westlichen Regierungen. Stehen die dermaßen unter dem Einfluß der Agrarkonzerne? Oder steht eine Absicht dahinter?

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*