Wie der Buchhandel sich abschafft: Sarrazin-Buch BESTSELLER – und nicht überall präsent

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Das neue Buch von Thilo Sarrazin läuft unglaublich gut. Nach wenigen Tagen sollen nach Angaben des „Finanzbuch-Verlags“ laut der Tageszeitung „Die Welt“ inzwischen 100.000 Exemplare verkauft worden sein. Das führt direkt nach ganz oben in den Bestsellerlisten, beispielsweise beim „Spiegel“. Das Sarrazin-Buch war aber schon vor Erscheinen massiv kritisiert worden. Zudem hatte es sein Stammverlag „Random House“ nicht publizieren wollen. Daher war es sehr rasch vom „Finanzbuch-Verlag“ aus München aufgenommen worden. Der „FBV“, so das Kürzel, war bis dato nicht als rechts oder links aufgefallen, gilt also als unverdächtig. Dennoch zeigt sich der stationäre Buchhandel teils skeptisch.

Vertrags- und Meinungsfreiheit in Buchläden

An dieser Stelle erwähnt die „Welt“ jedenfalls nach Wahrnehmung dieser Redaktion zum ersten Mal in einer anhaltenden Debatte – seit Jahren werden Beststeller des Kopp-Verlags aus Rottenburg in Buchläden aus fadenscheinigen Gründen nicht präsentiert – die Meinungsfreiheit und das Vertragsrecht der Buchläden. Selbstverständlich kann in Deutschland noch jeder Händler darüber befinden, ob er eine Ware verkaufen möchte oder nicht. Also auch dieses Buch.

Nur bleibt es den Kritikern genauso selbstverständlich überlassen, darauf hinzuweisen, dass bestimmte Verlage und/oder Bücher offensichtlich systematisch nicht verkauft werden. Dabei agieren die Händler allerdings oft fadenscheinig in dem Sinn, dass die Bücher als „nicht lieferbar“ dargestellt werden, während sie bei den Online-Händlern oft genug binnen kürzester Zeit bestellt werden können.

Es gibt also so etwas wie einen möglichen politischen Boykott in Buchläden. Und genau dies betrifft das „Sarrazin“-Buch jetzt auch. Ob die Inhalte gut sind oder schlecht, ob alles sauber recherchiert ist oder nicht, ob der Autor objektiv und neutral bleibt oder nicht – das möchten wir an dieser Stelle gar nicht diskutieren. Weil das Thema im Kern anders lautet: Wir würden uns freuen, wenn der Buchhandel zumindest die gängigen, da offenbar gefragten Bücher einfach auslieferte und nicht selbst noch Zensor spielte. Auch, wenn er es formal darf. So verliert zum Beispiel der stationäre Buchhandel ganz automatisch auch noch Kunden an den Online-Buchhandel, vorzugsweise den starken amerikanischen Handel. Und genau dessen Macht wird so oft kritisiert.

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