+++ Zustände wie in den USA? Immer mehr müssen zwei Jobs machen +++

Zweitjobs

Die Zahl der Menschen, die zwei Jobs annehmen müssen, um finanziell über die Runden zu kommen, steigt immer weiter an. 2016 gab es in Deutschland 3,13 Millionen Menschen mit Mehrfachjobs. 2017 waren es schon 3,26 Millionen. Das ist ein Anstieg von 130.000 Männern und Frauen in einem Jahr, die mehrere Jobs machen müssen.

Diese Tendenz ist schon seit einigen Jahren zu beobachten. 2004 waren es nur 1,85 Millionen mit mindestens zwei Stellen; 1,4 weniger als 2017. Die Zahlen stammen von der Bundesregierung, die auf Anfrage der Partei der Linken im Bundestag herausgegeben wurden. Insgesamt sollen demnach 2,73 Millionen Mehrfachbeschäftigte einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit und mindestens einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.

Zweihäufigste Job-Kombination sind zwei sozialversicherungspflichtige Jobs. 2017 waren davon 306.272 Menschen betroffen. 275.118 Menschen standen in zwei oder gar mehr geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Bundestagsfraktion der Linkspartei sieht anhand der steigenden Zahlen ein Alarmsignal: Für immer mehr Beschäftigte reiche ein einziger Job nicht mehr aus, meint die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken Sabine Zimmermann. Der überwiegende Teil muss aus rein finanzieller Not mehrere Jobs machen und nicht aus Freiwilligkeit. Die Einführung des Mindestlohns habe nicht ausgereicht, um Arbeit wieder existenzsichernd zu machen. Zudem sei eine Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde dringend erforderlich.

Außerdem bedürfe es weiterer Maßnahmen, um gegen die zunehmende Verarmung und Prekarisierung des deutschen Arbeitsmarktes vorzugehen: Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit und Abschaffung von sachgrundlosen Befristungen. Arbeit, von der man leben könne, müsse wieder die Maßgabe sein, sagte die Linken-Politikerin.

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